Eilmeldung

Eilmeldung

Boot mit Flüchtlingen sinkt: Womöglich mehr als 100 Tote

Sie lesen gerade:

Boot mit Flüchtlingen sinkt: Womöglich mehr als 100 Tote

Schriftgrösse Aa Aa

Sie wollten mit dem Boot nach Europa, um Asyl zu beantragen. Doch für zahlreiche Flüchtlinge endete die Reise von Nordafrika über das Mittelmeer jetzt tödlich: Ihr Boot verunglückte. Fast hundert Leichen wurden bereits geborgen, die Zahl könnte aber noch steigen, viele Menschen werden noch vermisst.

Insgesamt waren etwa 500 Flüchtlinge an Bord, die meisten aus Somalia, Eritrea, Ghana. Unter ihnen waren auch viele Kinder. Das Boot, das zur Insel Lampedusa fahren wollte, fing kurz vor dem Ziel Feuer und sank. Grund für den Brand war laut der Küstenwache, dass einige Insassen Signalleuchten entzündet hatten, um von vorbeifahrenden Schiffen gesehen zu werden.

Italiens Integrationsministerin Cécile Kyenge: “Wir müssen von all dem, was in den letzten Tagen passiert ist, ausgehen und die Gesetze so ändern, dass wir auf solche Ereignisse reagieren können. Wir müssen all den Menschen Antworten geben, die von diesem Phänomen der Migration betroffen sind.”

Etwa 150 Flüchtlinge konnten gerettet werden. Einigen war es gelungen, sich über Wasser zu halten, nachdem das Boot gesunken war. Papst Franziskus sprach von einer Schande. Man müsse alle Kräfte vereinen, damit sich eine solche Tragödie nicht wiederhole, nur eine entschlossene Zusammenarbeit könne dies verhindern.

Auch die EU-Kommission sprach von einer Tragödie, man müsse sehen, wie sich die Lage verbessern lasse. Erst am Montag waren 13 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken. Ein anderes Boot mit gut 500 Migranten hingegen erreichte Lampedusa kurz vor dem Unglück. Immer wieder versuchen Flüchtlinge auf diesem Wege nach Europa zu gelangen, oft geraten sie in Schwierigkeiten und müssen gerettet werden.