Eilmeldung

Eilmeldung

Flüchtlingsdrama: Mehr als 130 Menschen sterben vor Lampedusa

Sie lesen gerade:

Flüchtlingsdrama: Mehr als 130 Menschen sterben vor Lampedusa

Schriftgrösse Aa Aa

Nach der Schiffskatastrophe vor der italienischen Insel Lampedusa ist die Zahl der Toten gestiegen: Mehr als 130 Flüchtlinge kamen bei dem Unglück ums Leben. Das meldet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Dutzende Menschen werden noch immer vermisst. Rund 500 Menschen sollen sich an Bord befunden haben, 155 wurden bislang lebend gerettet.

“Wir konnten sie nicht aus dem Wasser ziehen, da ihre Arme rutschig waren”, so ein Fischer. “Wir bargen 20 Leichen, es dauerte eine Stunde, um die Zwanzig an Bord zu hieven. Die anderen sanken ganz schnell auf den Meeresboden.” Ein Anderer berichtet: “All diese Menschen rissen die Arme in die Luft und schrien um Hilfe. Es war wirklich entsetzlich.”

Rettungsteams bahrten im Hafen von Lampedusa eingehüllte Leichen auf. Unter ihnen befinden sich auch mindestens drei Kinder und zwei schwangere Frauen. Die Flüchtlinge sollen überwiegend aus Somalia und Eritrea stammen. Italiens Innenminister Angelino Alfano erklärte: “Europa muss endlich handeln. Denn entweder Europa schreitet zur Tat oder wir können nicht länger behaupten, es gäbe eine unterstützende, engagierte Zusammenarbeit. Und wir wollen, dass die Grenze von Lampedusa zur Grenze Europas erklärt wird und nicht zu der Italiens.”

Das Unglück ereignete sich, nachdem der Bootsmotor ausgefallen war. Daraufhin soll eine Decke angezündet worden sein, um Fischerboote auf das Schiff aufmerksam zu machen. Es kam zu einer Panik und das Boot sank. Schätzungen zufolge starben bislang zehn bis zwanzigtausend Menschen bei der gefährlichen Schiffspassage.

Andere Infos – Folgen Sie Euronews auf Deutsch auch bei Facebook und Twitter