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Affäre Bettencourt: Vorwürfe gegen Sarkozy fallengelassen

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Affäre Bettencourt: Vorwürfe gegen Sarkozy fallengelassen

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Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy muss wegen der Korruptions- und Spendenaffäre um L’Oreal-Erbin Liliane Bettencourt nicht vor Gericht. Die zuständigen Untersuchungsrichter beurteilten die Beweislage als zu dünn.

Dem 58-jährigen ehemaligen Präsidenten Frankreichs war von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen worden, die Demenzerkrankung der Milliardärin ausgenutzt zu haben, um an Geld für seinen Wahlkampf 2007 zu kommen. Sarkozy hat stets alle Vorwürfe bestritten.

Sarkozys früherer Minister und Wahlkampfmanager Eric Woerth sowie einige Mitarbeiter der L’Oreal-Erbin werden sich allerdings vor Gericht verantworten müssen.

Eine offizielle Anklage hätte dem konservativen Politiker die Möglichkeit eines Comebacks verbauen können. Sarkozy hatte eine erneute Kandidatur bei den Wahlen 2017 zuletzt nicht mehr ausgeschlossen.

Umfragen zufolge wünschen sich viele Franzosen Sarkozy als Präsidenten zurück. Der jetzige Präsident Francois Hollande von den Sozialisten hat so schlechte Beliebtheitswerte wie noch nie ein Präsident vor ihm.

Weiter offen ist der Ausgang einer Affäre um angebliche
Wahlkampfspenden des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi an Nicolas Sarkozy. Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte im April deswegen ein offizielles Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nach Angaben der Justiz geht es um mögliche Straftaten wie Korruption, Vorteilsnahme und Geldwäsche.

Sarkozy könnte zudem Ärger wegen Ermittlungen zu möglicherweise illegalen Rüstungsgeschäften des französischen Staates sowie zu einem Schiedsspruch zu einem Besitzerwechsel beim deutschen Sportartikelhersteller Adidas Anfang der 90er drohen. Letzterer hatte
die französischen Steuerzahler mehr als 400 Millionen Euro gekostet.