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Israel trauert um ultraorthodoxen Rabbiner Ovadia Josef

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Israel trauert um ultraorthodoxen Rabbiner Ovadia Josef

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Hunderttausende Israelis haben dem Rabbiner Ovadia Josef das letzte Geleit gegeben, unter ihnen waren Präsident Schimon Perez und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

Das langjährige Oberhaupt der orientalischen Juden in Israel war an diesem Montag in Jerusalem gestorben. Der Gründer und geistliche Anführer der ultraorthodoxen Schas Partei wurde 93 Jahre alt. In der Politik war er lange ein wichtiger Strippenzieher. Bei Regierungsbildungen war Schas oft Zünglein an der Waage.

Netanjahu sagte, der Gelehrte habe viel Liebe empfunden für die Tora und das Volk. “Er hat viel getan, um das jüdische Erbe aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig berücksichtigte er bei seinen Stellungsnahmen die Zeit und die wirklichen Gegebenheiten im Staate Israel,” so Netanjahu.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas äußerte sich bei einem Treffen mit israelischen Abgeordneten in Ramallah zu dem Tod des Religionsführers: “Wir haben uns mehrmals getroffen, wir führten lange Gespräche. Sprechen Sie bitte seiner Familie mein Beileid aus.”

Rabbi Josef sorgte immer wieder für Empörung: 2010 wünschte er, nur wenige Tage vor neuen Nahost-Friedensgesprächen, Abbas und seinem Volk den Tod. Dabei hatte er zu Beginn des Friedensprozesses vor 20 Jahren zunächst einen Frieden mit den Palästinensern unterstützt.