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Spekulationen um den Friedensnobelpreis 2013

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Spekulationen um den Friedensnobelpreis 2013

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Am kommenden Freitag wird in Oslo der diesjährige Friedensnobelpreisträger bekannt gegeben. Wie immer: Kurz davor wird fleißig spekuliert. Dieses Jahr gibt es 259 Nominierungen – ein Rekord. Die Liste wird vom Komitee streng geheim gehalten. Hoch gehandelt wird die 16-jährige Malala Yousafzai.

Taliban schossen der pakistanischen Bloggerin 2012 in den Kopf, weil sie sich für das Recht von Mädchen auf Bildung eingesetzt hatte. Malala wurde schwer verletzt und lebt heute in Großbritannien. Sie wäre die bisher jüngste Empfängerin des Friedensnobelpreises.

Hoch gehandelt wird auch Bradley (Chelsea) Manning, der Wikileaks-Informant. Der Analyst der US-Armee wurde im August in den USA zu 35 Jahren Haft verurteilt. Laut seinen Unterstützern haben seine Enthüllungen den Abzug der US-Truppen aus dem Irak beschleunigt.

Weniger bekannt ist der kongolesische Gynäkologe Denis Mukwege. Er hilft vergewaltigten Frauen und prangert die Straflosigkeit der Täter an. Der Arzt musste nach einem Attentat Ende 2012 aus der Demokratischen Republik Kongo flüchten, kehrte aber ein Vierteljahr später zurück, um seine Arbeit fortzusetzen.

In der “religiösen” Kategorie ist vor allem von Kardinal John Olorunfemi Onaiyekan die Rede. Er wird für seine Rolle beim demokratischen Übergang in Nigeria vorgeschlagen. Man spricht aber auch von der Mutter Teresa von Kairo, “Mama Maggie” Gobran. Die koptische Ordensschwester gründete eine Wohltätigkeitsorganisation, die sich für die Bewohner der Kairoer Slums einsetzt.

Die meisten Nominierungen kommen dieses Jahr aus Russland. Unter anderem sind drei Menschenrechtsaktivistinnen im Gespräch. Von links nach rechts: Lyudmila Alexeyeva, Svetlanna Gannushkina und Lilya Shibanova.

Wladimir Putin könnte für eine Überraschung sorgen: Der russische Präsident steht ebenfalls auf der Liste. Anhänger hatten ihn als Friedenstifter im Syrienkonflikt vorgeschlagen. Putin bekommt Unterstützung aus den USA: Unterzeichner einer Petition fordern Präsident Obama auf, seinen Friedensnobelpreis von 2009 an ihn abzugeben.

Egal, wie offensichtlich oder umstritten die Nominierungen sind, das Rätselraten geht weiter, Ende der Spekulationen am Freitag.