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Taucher vor Lampedusa: "Als wollte der Tote um Hilfe rufen"

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Taucher vor Lampedusa: "Als wollte der Tote um Hilfe rufen"

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Vor der italienischen Insel Lampedusa gegen die Bergungsarbeiten an dem gesunkenen Flüchtlingsboot weiter. Taucher bringen immer neue Körper an die Oberfläche. Das Boot liegt in etwa 40 Metern Tiefe, wie viele Leichen sich noch an Bord befinden, ist nicht klar.

Inzwischen wurden mehr als 200 Tote geborgen. Alle bisher gefundenen Leichen lagen außerhalb des Bootes. Jetzt müssen die Rettungstaucher ins Innere des Schiffs. Eine körperlich, vor allem aber seelisch belastende Arbeit, wie die Einsatzkräfte berichten.

Der Taucher Riccardo Nobile sagte: “Ich war mehr als eine Stunde zwischen diesen Leichen. Es war hart, ihre Gesichter zu sehen, ihre Wunden, ihre gequälten Ausdrücke, ihre verrenkten Arme. Das war sehr hart.”

Taucher Antonio: “Als wir einen Körper nach oben bringen wollten, hat er sich gedreht, das Gesicht ganz nah an meiner Maske, als würde er um Hilfe rufen.”

Das Boot war am Donnerstag in Brand geraten und kurz vor Lampedusa gesunken. Seit Jahresbeginn haben 30.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer Italien erreicht. Auch in den vergangenen Tagen kamen wieder Schiffe auf der Insel an, trotz des Unglücks. Dieses hat inzwischen in der EU eine Debatte über den Umgang mit Flüchtlingen ausgelöst.