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Afrikanischer 3D-Drucker aus Elektroschrott

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Afrikanischer 3D-Drucker aus Elektroschrott

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Kodjo Afate Gnikou ist Technik-As und Recycling-Genie. Aus Elektroschrott baut der kreative Tüftler in seiner Werkstatt in Lomé innovative Geräte. Sein jüngster Streich ist ein 3D-Drucker Marke Eigenbau, hundert Prozent recycelt und funktionsfähig. Mit der Maschine lassen sich am Computer kreierte Objekte im 3D-Druckverfahren schichtweise aufbauen. Seine Erfindung könnte eines Tages bei Weltraummissionen zum Einsatz kommen, um Ersatzteile oder Komponenten herzustellen, hofft Gnikou. “Mein Traum ist, die Hoffnung der jungen Generation wiederzubeleben und zu zeigen, dass Afrika auf der Weltbühne im Bereich neue Technologien mitstreiten kann. Wir sind dazu imstande, innovative Geräte zu bauen und hinken dennoch hinterher.”

Knapp einhundert Euro kostet der recycelte 3D-Drucker in der Herstellung. Die Komponenten stammen von ausgedienten Scannern, PCs und Druckern. Auf Afrikas Müllhalden lagern vielversprechende Ressourcen. Gnikou findet alles, was er für den Bau seines 3D-Druckers braucht.

Die Erfindung könnte den Menschen in seiner Heimat zugutekommen, um Werkzeuge oder Ersatzteile herzustellen, sagt Kodjo Afate Gnikou.
“W. Afate 3D Printer” heißt sein Prototyp, mit dem er bereits erfolgreich am NASA International Space Apps Challenge in Paris teilgenommen hat.

Sein Projekt ist auch ein interessantes Beispiel für die Wiederverwertung von Ressourcen.

Lernapp für Dialekte in Nigeria

Wir bleiben in Afrika und machen einen Abstecher nach Lagos, in Nigeria. In einigen Grundschulen lernen die Kinder mit Hilfe von Tabletcomputern, nicht nur Lesen und Schreiben. Auch Sprachunterricht steht auf dem Programm. Die Schüler werden auf spielerische Weise in Lokaldialekte eingeführt.

Nigeria ist ein Vielvölkerstaat, mit über 500 Sprachen und Dialekten. Die Amtssprache des Landes ist Englisch und hat einen dominierenden Einfluss. Damit die Dialekte und die damit verbundene kulturelle Vielfalt nicht verloren gehen, gibt es Sprachunterricht in der Grundschule.
Ein nigerianisches Start-up-Unternehmen hat das Programm entwickelt. Kostenpunkt: rund zehntausend Euro.

Adebayo Adegbembo: “Unser Schwerpunkt liegt auf der Kultur, um das Interesse der Kinder für ihre kulturelle Identität zu wecken. Wir leisten auf unsere Weise einen Beitrag, indem wir ihnen zeigen, wo sie herkommen, was ihre Wurzeln sind, die kulturelle Zugehörigkeit.”

Der Entwickler Adebayo Adegbembo stellt das Projekt derzeit in den nigerianischen Schulen vor. Sein Programm lehrt die drei Hauptdialekte des Landes Yoruba, Igbo und Haussa und kann als App im Internet heruntergeladen werden.

Allerdings muss die Schule dafür über Smartphones oder Tablets verfügen, moderne Lerninstrumente, die derzeit nur in wohlhabendeerenn Gegenden zu finden sind. Dennoch glaubt Adegembo an das Projekt, der kulturellen Vielfalt seines Landes zu Liebe.