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Ärger wegen Störaktionen der Muslimbrüder in Kairo

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Ärger wegen Störaktionen der Muslimbrüder in Kairo

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Viele Mitglieder der Führungsriege der Muslimbrüder in Ägypten sitzen im Gefängnis. Jetzt sind es hauptsächlich kleinere Gruppen an jungen Männern, die auf die Straße gehen. Ex-Präsident Mursi muss sich vom 4. November an wegen der Tötung von Demonstranten im vergangenen Dezember vor Gericht verantworten. Seine Anhänger tun unterdessen alles, um den Sicherheitskräften und dem Militär das Leben schwer zu machen. Um die Polizei zu behindern, fahren die meist jungen Männer auf Hauptstraßen besonders langsam und schaffen so noch mehr Staus in der ägyptischen Hauptstadt als es ohnehin schon gibt.

Viele Ägypter sind wütend wegen der Aktionen der Muslimbrüder. Nicht einmal Krankenwagen kommen oft mehr durch. Gehan Lotfy (54) lebt und arbeitet in Kairo. Auch sie ärgert sich über die absichtlich hervorgerufenen Staus. Sie sagt: “Das Ziel, das die Muslimbrüder verfolgen, ist in erster Linie eine Destabilisierung der Polizei. Sie wollen die Sicherheitskräfte ablenken und vorführen, wollen, dass die Leute denken, die Polizei habe versagt. Auch treffen sie sich jetzt eher in kleinen Gruppen. Und die meisten sind jung und kommen aus Kairo. Von außerhalb Kairos kommt praktisch keiner mehr, um zu demonstrieren.”

Die Armeeführung hatte Mursi, der aus der Muslimbruderschaft stammt, am 3. Juli nach Massenprotesten abgesetzt. Mursi war der erste Zivilist an der Spitze der ägyptischen Republik gewesen.

Der Euronews-Korrespondent in Kairo meint: “Die Muslimbrüder haben neue Wege beschritten, um sich auszudrücken. So einfach wollen sie sich nicht vom Radar nehmen lassen. Sie bestehen darauf, dass man sie in der Gesellschaft wahrnimmt.”