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Aserbeidschan: "Es wurde gewählt und gefälscht"

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Aserbeidschan: "Es wurde gewählt und gefälscht"

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In Aserbeidschan ist über einen neuen Präsidenten abgestimmt worden. Dass Kandidaten der Opposition gegen den Amtsinhaber keine Chance hatten, war von vorneherein klar. Zehn Kandidaten standen zur Wahl unter anderem der Geschichtsprofessor Jamil Hasanli. Viel Presse war vorort, als der Kandidat der Opposition seine Stimme und ein Statement abgab: “Die Wahlbeteiligung ist hoch, aber es gibt Kräfte, die das Wahlergebnis verfälschen werden. Es wurde gewählt und es wurde gefälscht.”

Der Sieg des 51 Jahre alten Amtsinhabers Ilcham Alijew gilt als ausgemachte Sache. Alijew hatte vor der Abstimmung mit steigendem Wohlstand geworben. Kritiker werfen ihm aber vor, dass die meisten seiner Landsleute vom Reichtum aus dem Öl- und Gasgeschäft wenig merken.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beobachtete die Abstimmung. Die Europäische Union beklagt einen ungleichen Wahlkampf und einen Mangel an demokratischem Wettbewerb in dem autoritär regierten Land.

Insgesamt sind rund fünf Millionen Wahlberechtigte zum Urnengang aufgerufen. Als dringliche Probleme in dem islamisch geprägten Land mit etwa neun Millionen Einwohnern gelten Korruption und Arbeitslosigkeit.