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Barroso und Letta auf Lampedusa

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Barroso und Letta auf Lampedusa

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Vertreter der Europäischen Kommission sind bei ihrem Besuch auf der italienischen Insel Lampedusa mit Protesten und “Schande”Rufen empfangen worden. Demonstranten forderten den Kommissionspräsidenten Jose Manuel Barroso und den italienischen Regierungschef Enrico Letta auf, auch das überfüllte Aufnahmezentrum für Flüchtlinge zu besuchen. Nach einer Gedenkminute für die knapp 300 Toten des Unglücks in der vergangenen Woche sagte Barroso, das Bild von den Särgen der Opfer, darunter des Sarges einer Mutter und ihres Neugeborenen, werde er nie wieder vergessen können. Letta kündigte an, die Flüchtlingsfrage auf die Agenda des für Ende Oktober geplanten Gipfeltreffens der EU-Staats und Regierungschefs zu setzen. Italien tue alles, was in seiner Macht stehe, doch es handle sich um eine europäische Katastrophe, die als solche zur Kenntnis genommen werden müsse. Die Bewohner Lampedusas hingegen haben das Vertrauen in die Politik verloren. “Wozu kommen sie her? Jetzt, wenn alle tot sind”, fragt ein Mann, während ein anderer offen sagt, dass ihm der Besuch Barrosos gleichgültig sei. Die kleine Insel im Mittelmeer, die auf halber Strecke zwischen der Küste Tunesiens und jener Siziliens liegt, ist seit vielen Jahren Ziel für Tausende von Flüchtlingen, die auf dem Seeweg versuchen, nach Europa zu gelangen.