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MIPCOM 2013: Neue Plattformen und 4K

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MIPCOM 2013: Neue Plattformen und 4K

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Einmal im Jahr trifft sich die Fernsehbranche im französischen Cannes zur weltgrößten Messe für audiovisuelle Inhalte, MIPCOM. Ein gigantischer Umschlagplatz für TV-Produktionen und Entertainment. Rund 12 000 Medienmanager, Produzenten und Senderverantwortliche aus aller Welt sind vertreten.

Giovanni Magi, euronews: “Die Wirtschaftskrise lastet auf den Finanzen vieler Medien in Europa und andernorts. Der Kreativität von TV- und Digitalproduktionen tut das jedoch keinen Abbruch. Und genau das wird hier in Cannes vorgestellt, erworben und verkauft, Fernsehinhalte und zukunftsweisende Technologien.”

Multimediale Unterhaltung hat eine immer größere Bedeutung, Inhalte stehen wahlweise auf Fernsehbildschirm, Computer, Tablet oder Smartphone zum Abruf bereit. Neue digitale Medien seien keine Bedrohung fürs Fernsehen, meint Facebook-Vizepräsident Dan Rose.
“Jüngste Erhebungen zeigen, dass die meisten Menschen ihr Smartphone oder Tablet benutzen, während sie fernsehen. Sie kommunizieren mit ihren Freunden auf sozialen Netzwerken wie Facebook. Der zweite Bildschirm sorgt dafür, dass sich der User einloggt und über das Fernsehprogramm mit anderen austauscht.”

Im Zeitalter hochauflösender Bilder ist die Qualität des Bildschirms von zunehmender Bedeutung.4K heißt das aktuelle Schlüsselwort, das bedeutet nahezu 4000 waagerechte Pixel. Das Bild wirkt noch schärfer und plastischer als beim aktuellen Full-HD. Bertrand Loyer von der französischen Produktionsfirma Saint Thomas Productions: “Der Vertrieb von 4K-Inhalten ist derzeit noch unklar. Wir setzen quasi blind auf einen Zukunftstrend. In 4k Auflösung gedrehte Inhalte bieten eindeutig Vorteile, beim Zeitlupenmodus oder der Bilddynamik. Die extrem leichten Kameras vereinfachen den Dreh.”

Ist 4K oder Ultra-HD die technologische Schallgrenze oder kann das menschliche Auge noch mehr verkraften?

BBertrand Loyer: “Das Auge erfasst bis zu 18 K, da gibt es also noch Spielraum. Aber ist das wirklich nützlich? Wir wissen, dass wir Träume verkaufen, die Wirklichkeit anders interpretieren, aber die Qualität ist heute bereits geradezu umwerfen. Ich glaube, dass der Wettlauf irgendwann aufhören und der Verbraucher das Ruder übernehmen und sagen wird: Das reicht, mehr will ich nicht.”

Viele öffentlich-rechtliche Sender nähern sich noch zaghaft an die neue Technologie an. Was letztlich zählt, sind die Inhalte. Die sollten möglichst flächendeckend ansprechen. Die italienische Produktionsfirma Blue Box versucht, mit jungen Autoren die Fernsehlandschaft aufzulockern. Und möchte in Italien erfolgreiche Produktionen international vermarkten.

Fernsehmoderator Paolo Bonolis präsentierte auf der MIPCOM Programm Highlights.

“Wichtiger, als die Kultur ist die Kreativität eines Autors. Wir suchen nach Menschen, die die Kraft, den Willen und die Fähigkeit haben, ihre inneren Welten in gute und interessante Fernsehinhalte umzuwandeln. Darum geht es bei Blue Box: Wir versuchen Menschen mit kreativer Kraft ausfindig zu machen und dazu anzuregen, ihre Ideen umzusetzen, daraus einen Beruf zu machen.”

Argentinien ist das Gastland der diesjährigen MIPCOM, einer der aufstrebenden TV-Märkte. Das südamerikanische Land ist bekannt für seine Fernsehproduktionen und gewinnt auch außerhalb der Spanisch sprechenden Welt zunehmend an Bedeutung.

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