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Türkei hebt offiziell Kopftuchverbot auf

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Türkei hebt offiziell Kopftuchverbot auf

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Künftig können Frauen im türkischen Staatsdienst ein Kopftuch tragen. Nur Richterinnen, Staatsanwältinnen und Polizistinnen sind von der neuen Regelung ausgenommen. Der Vorstoß ist Teil eines Demokratiepakets, das Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan vergangene Woche vorgestellt hatte.

Vor der AKP-Fraktion in Ankara erklärte er: “Das Verbot, das zahlreichen Eltern junger Menschen viel Leid verursacht hat, ist aufgehoben. Eine dunkle Epoche ist vorüber.”

Das Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst, aber auch entgegensetzte Regeln hatten in den vergangenen Jahren mehrfach zu Auseinandersetzungen geführt. In Behörden, Schulen und an der Universität dürfen die Angestellten nun ein Kopftuch tragen.
Eine Lehrerin sagte: “Nach der alten Verordnung, bekam man Ärger und einen Verweis, wenn man mit Kopftuch in die Schule kam. Wir konnten nicht mal dazu Stellung nehmen.”

Die Opposition wirft dem Ministerpräsidenten eine Islamisierung der laizistischen Republik vor. Gemischte Gefühle auch in der Bevölkerung. Eine Türkin unterstrich: “Das ist nicht gut. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass eine Staatsbedienstete ein Kopftuch trägt. Es war die falsche Entscheidung und ich bin damit nicht einverstanden.”

Der Gründer der türkischen Republik, Mustafa Kemal Atatürk hatte vor 90 Jahren eine moderne, westliche Kleiderordnung eingeführt. Männer durften keine Pluderhose mehr tragen, Frauen kein Kopftuch.

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