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Griechische Obdachlose leben in Höhlen im Schatten der Akropolis

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Griechische Obdachlose leben in Höhlen im Schatten der Akropolis

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Die diesjährige Feriensaison hat Griechenlands Tourismusbranche ein Rekordjahr beschert. Es kamen mehr Besucher als je zuvor — 17 Millionen laut ersten Schätzungen.

Georgia Mainmanoglou hat von dem Boom nicht profitiert. Sie ist obdachlos, seit sie ihre Arbeit bei einer Reinigungsfirma verloren hat. Jetzt lebt sie in einer Höhle unter dem Filopappou-Hügel gegenüber der Akropolis.

“Sobald ich Arbeit finde, verschwinde ich von hier”, sagt Georgia. “Dann suche mir eine Unterkunft, in der ich wie ein Mensch leben kann. Ich brauche keinen Palast — nur ein Zimmer. Heute bin ich zum Markt gegangen und habe mir unter den Abfällen etwas zu essen gesucht. Ich bin nicht die einzige, die so lebt. Vielen Familien geht es so.”

Der Legende zufolge soll der Philosoph Sokrates in den Höhlen im Schatten der Akropolis eingesperrt gewesen sein. Im vergangenen Winter lebte Mattheos Monselas in einer von ihnen. Zuvor hatte er zwölf Jahre im Gefängnis gesessen.

“In einer Höhle ist man vor der Kälte geschützt”, erklärt er. “Das ist besser, als auf einer Parkbank oder auf der Straße zu schlafen. Aber es ist ein armseliges Leben.”

Laut der griechischen Regierung gibt es in Athen 600 Obdachlose, aber Wohlfahrtsverbände glauben, es seien mehrere Tausend. An ihrem Schicksal wird sich in naher Zukunft nichts ändern, so der Euronews-Reporter in der Hauptstadt: “Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, in diesem Jahr einen Haushaltsüberschuss zu erzielen. Die dafür erforderlichen Sparmaßnahmen werden viele weitere Jobs kosten. Für die Obdachlosen, die im Schatten der Akropolis leben, gibt es also kaum Hoffnung auf einen Arbeitsplatz und ein Leben in Würde.”