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Flüchtlingstragödie: Italien und Malta fordern EU zum Handeln auf

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Flüchtlingstragödie: Italien und Malta fordern EU zum Handeln auf

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Nach den Flüchtlingstragödien vor der italienischen Insel Lampedusa hat die Regierung von Malta die EU zum Handeln aufgerufen. An diesem Freitag waren erneut mindestens 34 Menschen bei einem Schiffsunglück ums Leben gekommen, noch immer sucht die Küstenwache nach weiteren Leichen im Mittelmeer.
Angesichts der nicht abreißenden Flüchtlingsströme fühlen sich Italien und Malta von Brüssel im Stich gelassen.

Der maltesische Ministerpräsident Joseph Muscat forderte: “Wir halten uns an die internationalen Richtlinien, wir werden weiter Menschenleben retten, aber die Regeln müssen geändert werden. Es muß eine gesamteuropäische Lösung geben. Wir müssen darüber beraten, ob die Richtlinien gelockert oder verschärft werden müssen.”

Erst vor einer Woche kamen bei einem Schiffsunglück zwischen Malta und Lampedusa 339 Menschen ums Leben. Trotzdem machen sich immer mehr Bootsflüchtlinge von Nordafrika auf den Weg nach Europa. Bisher können sie jedoch nur in dem europäischen Land Asyl beantragen, das sie als erstes betreten – meistens über das Mittelmeer.

Die Bürgermeisterin von Lampedusa Giusi Nicolini kapituliert: Die italienische Insel könne das Problem nicht mehr bewältigen. Europa sei jetzt am Zug. Lampedusa sei zu klein, um die Last dieser menschlichen Tragödien allein zu schultern.

Die EU plant nun, den Einsatz ihrer Frontex-Grenzschützer im Mittelmeer zu verstärken. Doch für die 339 Toten vom vergangenen Freitag kommt jede Hilfe zu spät.