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Libyen stürzt ins Chaos ab

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Libyen stürzt ins Chaos ab

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Libyen gleitet immer stärker ins Chaos ab. Die amerikanische Kommandoaktion zur Ergreifung des mutmaßlichen Al-Kaida-Kämpfers Abu Anas al-Libi in Tripolis am vergangenen Samstag löste nicht nur Demonstrationen aus, sondern steht womöglich auch im Zusammenhang mit der zeitweisen Verschleppung von Ministerpräsident Ali Seidan (auch: Ali Zeidan). Er soll die Aktion vorab gebilligt haben.

Die Verletzung der Souveränität Libyens durch das US-Kommando hat auch bei Libyern, die nicht mit Al-Kaida sympathisieren, Wut ausgelöst: “Wir sind hier, um unseren Bruder Nazih Al-Ruqai Abu Anas zu unterstützen, denn er ist ein Muslim”, sagt Demonstrant Mohammed Omar.

Ministerpräsident Ali Seidan (auch: Ali Zeidan) hatte Angehörige von Abu Anas am Mittwoch empfangen. Nach seiner Befreiung durch regierungstreue Milizen sprach er von einem Putschversuch: “Libysche Mitbürger, es gibt Menschen, die wollen Libyen zu einem neuen Afghanistan oder Somalia machen”, sagte Seidan.

Unmitelbar vor Seidans Erklärung detonierte ein Sprengsatz vor dem schwedischen Konsulat in Bengasi. Immer wieder kommt es vor konsularischen Vertretungen in der ostlibyschen Küstenstadt zu Anschlägen. In der Region gibt es starke Autonomiebestrebungen.

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