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Prozessauftakt: Spanische Contergan-Opfer fordern Gerechtigkeit

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Prozessauftakt: Spanische Contergan-Opfer fordern Gerechtigkeit

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In Spanien haben Contergan-Opfer vom deutschen Pharma-Konzern Grünenthal Entschädigung gefordert. Beim Prozessauftakt in Madrid verlangten 180 Geschädigte in einer Sammelklage 204 Millionen Euro.

Grünenthal wies die Forderung zurück: Die Opfer sollten stattdessen Hilfe bei der deutschen Contergan-Stiftung beantragen.

Nach ersten Missbildungen hatte der Pharma-Konzern das Medikament 1961 vom Markt genommen. Doch in Spanien soll Contergan noch einige Monate länger verkauft worden sein.

Josefina Mompeó ist eins von etwa 3000 Contergan-Opfern im Land. Sie meint, ihre Mutter sei sehr traurig, aber nicht in der Lage, über ihre Missbildung zu sprechen. Am heutigen Tag könne sie schließlich aufatmen. Josefina Mompeó hofft auf Gerechtigkeit.

Im vergangenen Jahr hat sich Grünenthal erstmals bei den Opfern entschuldigt. Weit mehr als 50 Jahre später, nachdem erste Säuglinge mit Missbildungen auf die Welt kamen. Ende der 50er Jahre nahmen Schwangere Contergan bei starker Morgenübelkeit.

Weltweit sind schätzungsweise 10.000 Menschen betroffen, davon 5000 in Deutschland.