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Arbeitslosigkeit trieb Belgier in den Selbstmord

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Arbeitslosigkeit trieb Belgier in den Selbstmord

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In Belgien hat ein Arbeiter des ArcelorMittal-Stahlwerks Selbstmord begangen. Er nahm sich am Samstag in der Nähe von Lüttich das Leben – nach der Ankündigung, das Werk würde schließen.

Alain Vigneron schrieb einen Abschiedsbrief: Darin heißt es, ArcelorMittal habe ihm alles genommen: Seine Arbeit, seine Familie. Den Brief gab er dem Freund und Gewerkschaftsmitglied, Frédéric Gillot. Dieser erinnert sich: “Ich wollte ihm den Brief zurückgeben, aber er wollte ihn nicht wiederhaben. Die Schließung hat ihn sehr getroffen. Jedes Mal, wenn ich ihn sah, sprach er von nichts anderem.”

Eine Schweigeminute für Vigneron. Für die zuständige Gewerkschaft FGTB ist der Selbstmord eine persönliche Entscheidung, aber der Arbeiter sei auch ein Opfer der Werksschließung.

Der Gewerkschaftsführer Robert Rouzweeuw meint, man habe bereits über Selbsthilfegruppen gesprochen. Doch angesichts der vielen Stellenstreichungen sei es schwierig, allen zu helfen.

Für die ArcelorMittal-Werksleitung ist der Selbstmord zwar bedauerlich, betrifft aber das Privatleben.

Insgesamt sind von der Schließung in Lüttich mindestens 2000 Menschen betroffen.