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USA: "Weltuntergang" aufgeschoben - Dollar angezählt

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USA: "Weltuntergang" aufgeschoben - Dollar angezählt

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Der drohende Aufruhr an den Finanzmärkten scheint zumindest aufgeschoben: US-Republikaner und -Demokraten wollen mit einem neuen Schuldenlimit die USA mindestens bis zum 7. Februar 2014 liquide halten, ein Übergangshaushalt soll die länger als zwei Wochen lahmgelegte Verwaltung wieder in Gang setzen – bis Mitte Januar 2014.

Was dann wieder droht, könnte die Lehman-Pleite 2008 wie ein Übungs-Scharmützel aussehen lassen.

Sollten die USA tatsächlich zahlungsunfähig werden, nehmen immer mehr Finanzexperten das Wort “Weltuntergang” in den Mund.

Egal wie viele Rentner, Gläubiger, Militärausrüster oder internationale Organisationen dann auf dem Trockenen säßen – das Hauptopfer wären der US-Dollar und das Vertrauen in diese Welt-Reservewährung.

Die Folgen will und kann sich keiner vorstellen.

Michael Ingram, Markt-Stratege bei BGC Partners in New York:

“Ich kann ja verstehen, dass Zentralbanken und Regierungen Notfallpläne aufstellen, um einen Zahlungsausfall technisch abzupuffern. Aber wir betreten wirklich weiße Flecken auf der Landkarte. Sowas ist in den USA seit Menschengedenken nicht passiert.”

Was könnte passieren, wenn?

Erst einmal ein weltweiter Börsencrash mit Milliardenverlusten, der Geldmarkt bricht zusammen, Banken und andere Staaten werden zahlungsunfähig, weil ihnen keiner mehr etwas leiht. Eine globale Rezession wäre unausweichlich.

Doch selbst wenn “alles gut” wird – der Nervenkrieg der Tea Party-Splittergruppe innerhalb der US-Republikaner könnte das Ende des “amerikanischen Jahrhunderts” einläuten.

Schon jetzt hält der russische Präsident Wladimir Putin die Amerikaner wegen ihrer Dauerdefizite für die “Parasiten der Weltwirtschaft” – 62 Prozent der gesamten Währungsreserven werden in US-Dollars gehalten.

Rund 11 Billionen Dollar hat sich der amerikanische Staat weltweit gepumpt – mehr als eine jährliche Wirtschaftsleistung – und versprochen, sie in den kommenden 28 Jahren zurückzuzahlen – wenn man ihn lässt.

Unerträglich für Chinesen, die auf auf 3,66 Billionen US-Dollar Währungsreserven sitzen, 1,3 Billionen Dollar in Staatsanleihen.

Bis 2020 rechnen Finanzexperten mit einer neuen Leitwährung. Egal, wie der aktuelle US-Haushaltsstreit ausgeht.

Sie heißt Yuan.

Sigrid Ulrich mit dpa, AFP, Reuters