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Rom fordert EU in der Flüchtlingspolitik zum Handeln auf

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Rom fordert EU in der Flüchtlingspolitik zum Handeln auf

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Nach zwei Flüchtlingsdramen vor Lampedusa und weil der Zustrom von Migranten nicht abreißt, ruft die Regierung in Rom die EU zum Handeln auf. Die italienische Ministerin für Migration, Cecile Kyenge Kashetu, sagte bei einem Besuch in Brüssel, eine Reform der Agentur zum Schutz der europäischen Grenzen – Frontex – sei notwendig. Frontex müsse verstärkt werden. Gleichzeitig müssten diese Einsätze stärker im Zeichen der humanitären Hilfe stehen. Italien habe diesbezüglich den Anfang gemacht, Europa müsse folgen. Die Ministerin beteiligte sich an einer Anhörung im Europaparlament, wo es auch um die Bedingungen in den Aufnahmelagern für Flüchtlinge ging. Eine europäische Regelung sieht vor, dass Migranten darin bis zu eineinhalb Jahre lang Aufnahme finden. Schwester Eugenia, mit der wir sprachen, besucht solche Flüchtlingszentren. “Mädchen haben nichts als ein Bett, die Zentren sind heruntergekommen. Als der Aufenthalt auf 30 bis 60 Tage beschränkt war, waren die Zustände irgendwie zu ertragen. Doch die Menschen haben keine Beschäftigung. Ein Aufenthalt von 18 Monaten ist psychische Folter, die Menschen werden zu namenlosen Wesen degradiert.” Italien will das Flüchtlingsproblem auch beim EU-Gipfeltreffen am 24. und 25. Oktober zur Sprache bringen.