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Verstorbener Kriegsverbrecher Priebke rechtfertigt sich in Video

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Verstorbener Kriegsverbrecher Priebke rechtfertigt sich in Video

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Nach wie vor will keiner die Leiche von Erich Priebke, dem Nazikriegsverbrecher, der letzte Woche in Italien gestorben ist. In Italien selbst, wo Priebke seine Verbrechen beging, darf der Leichnam nicht bleiben.

Nach Argentinien, wo Priebke nach dem Krieg lange lebte, darf er auch nicht – und der Geburtsort Hennigsdorf bei Berlin will ihn nicht; aus Angst, ein Grab könnte zum Wallfahrtsort von Neonazis werden.

Priebkes Anwalt hat jetzt Videoaufnahmen herausgegeben, in denen der Verurteilte sich als alter Mann noch einmal rechtfertigt. Befehlsverweigerung sei unmöglich gewesen, sagt er darin: Sein Vorgesetzter habe gesagt, das sei ein Befehl von Hitler und müsse ausgeführt werden. Hätten sie sich damals geweigert, hätten sie sich gleich zu den Opfern stellen können und wären selbst erschossen worden.

Priebke war 1944 an der Tötung von weit über dreihundert Zivilisten in der Nähe von Rom beteiligt, dem Massaker in den Ardeatinischen Höhlen. Erst spät, in den Neunzigern, wurde er verurteilt und stand seitdem unter Hausarrest. Er starb letzte Woche im Alter von 100 Jahren.