Eilmeldung

Eilmeldung

Atmen kann tödlich sein!

Sie lesen gerade:

Atmen kann tödlich sein!

Schriftgrösse Aa Aa

Achtung! Atmen kann lebensgefährlich sein! Die Luftverschmutzung hat in vielen Gegenden der Erde bereits eine solche Konzentration erreicht, dass die Atemluft krebserregend wirkt. Die Wissenschaftler warnen schon länger vor derartigen Gefahren. Für die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), die zum System der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört, zog deren Direktor Kurt Straif eine alarmierende Bilanz aus 40 Jahren Forschungsarbeit. 950 Stoffe seien in dieser Zeit untersucht worden. Mehr als 100 davon hätten sich als krebserregend für den Menschen erwiesen.

Die krebserregende Wirkung der Rückstände aus der Verbrennung fossiler Energieträger ist schon länger bekannt. Inzwischen weiß man auch, dass die besonders kleinen Partikel, der sogenannte “Feinstaub”, besonders gefährlich sind.
Zur Maßeinheit: ein Mikrometer, das ist der millionste Teil von einem Meter. Bei Bauarbeiten werden Staubteilchen von 10 Mikrometern frei. Beim Verbrennen von Holz und auch von Diesel entweichen Teilchen von nur 2,5 Mikrometern. Die dringen beim Atmen in den Körper ein, gelangen nicht nur in Bronchien und Lunge sondern auch ins Blut.

Gefahr droht auch vom Ozon aus der erdnahen Troposphäre, das durch Reaktionen mit chemischen Stoffen unter Sonneneinstrahlung zu einem Gift für Mensch und Tier wird. Auch hier hat der Straßenverkehr einen beträchtlichen Anteil an der Gefährdung der Gesundheit. Und dann ist da noch der Stickstoff, für den ganz klassisch der Satz des Paracelsus zutrifft: “Ob ein Ding Gift ist, macht allein die Dosis.” Wenn die steigt, durch Autoabgase zum Beispiel, dann leiden Menschen verstärkt unter Asthma.

Die sogenannten “Schwellenländern” wie Indien, China oder Brasilien holen in jüngster Zeit in Sachen Industrieproduktion rasent schnell auf. Dort wird die Produktion gesteigert – im wahrsten Sinne des Wortes “auf Teufel komm raus”. Dunstglocken wie jene in Neu Delhi im letzten Winter sind die Folge. Unter der starb in jeder Stunde ein Mensch.
Die indische Umweltaktivistin Anumita Roychowdhury erklärt, Neu Delhi sei in Bezug auf Emissionswerte sieben Jahre hinter Europa zurück, der Rest des großen Landes gar 12 Jahre.
Und dabei warnt in Europa die zuständige Umweltagentur: 90 Prozent der in Städten wohnenden EU-Bürger atmen schon jetzt eine Luft ein, die so belastet ist, dass sie von der WHO als “gesundheitsgefährdend” eingestuft wird.