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Frankreich: Weiter Streit um Leonardas Abschiebung in das Kosovo

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Frankreich: Weiter Streit um Leonardas Abschiebung in das Kosovo

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Einige tausend französische Schüler haben gegen die Abschiebung der fünfzehnjährigen Leonarda in das Kosovo protestiert. Auch heute wollen sie den Protest fortsetzen, am letzten Tag vor den Herbstferien.

Der Fall schlägt Wellen in Frankreich: Εbenfalls heute soll ein Bericht vorgelegt werden, der sich mit den Umständen der Abschiebung befasst. Dabei geht es vor allem um Leonarda selbst, die bei einem Klassenausflug vor den Augen ihrer Mitschüler festgenommen wurde.

Leonarda war mit Eltern und Geschwistern illegal in Frankreich, nach abgelehntem Asylgesuch. Inzwischen sind sie alle im kosovarischen Mitrovica: Von dort will sie aber schnell wieder weg, denn sie spricht kein bisschen Albanisch.

Kein Wunder: Ihr Vater hat zugegeben, dass er der einzige in der Familie ist, der überhaupt jemals im Kosovo geboren wurde. Und auch er lebte schon jahrzehntelang in Italien, wo fast alle seine Kinder zur Welt kamen – bis auf die Kleinste, die letztes Jahr in Frankreich geboren wurde. Die Herkunft aus dem Kosovo
hatte er sich ausgedacht, um die Chancen auf Asyl zu erhöhen.

“Wir hatten in Frankreich Asyl beantragt”, sagt Reshat Dibrani. “Unsere Papiere aus Italien haben wir vernichtet, damit man uns nicht zurückschickt. Wir haben dann angegeben, wir seien aus dem Kosovo: Aber meine Kinder haben mit dem Kosovo gar nichts zu tun.”

Dazu kommt, dass es sich um eine Roma-Familie handelt. Damit gerät der Fall auch noch in die erhitzte Debatte um die Lebensumstände von Roma in Frankreich. Innenminister Manuel Valls hatte ihnen zuletzt vorgehalten, ihre Lebensweise sei zu verschieden von der französischen – und die meisten Roma wollten sich auch gar nicht eingliedern. Eine große Mehrheit der Franzosen hat er mit dieser Meinung hinter sich: Und der beliebteste Politiker der Regierung ist er damit auch noch.