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Frankreichs Bürgermeister müssen Homopaare trauen

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Frankreichs Bürgermeister müssen Homopaare trauen

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Frankreichs Verfassungsgericht, der Conseil constitutionnel, hat klargestellt: Bürgermeister müssen gleichgeschlechtliche Paare trauen – auch wenn sie persönlich dagegen sind. Mehrere Bürgermeister hatten das Recht gefordert, die Trauung von Schwulen und Lesben aus Gewissensgründen ablehnen zu können – im entsprechenden Gesetz ist das nämlich nicht vorgesehen.

“Einerseits garantiert die Verfassung Gewissensfreiheit”, sagt der Bürgermeister Franck Meyer, der auch den Verband “Bürgermeister für die Kindheit” anführt; “andererseits sollen wir das Gesetz anwenden, weil wir Vertreter des Staats sind. Klar sind wir das – aber wir sind keine Beamten, wir sind gewählte Volksvertreter, gewählt auch wegen unserer Überzeugungen.”

Tritt der Bürgermeister aber bei einer Trauung als Standesbeamter auf, ist er eben doch wieder vor allem der Vertreter der Staatsgewalt – und nicht das gewählte Stadt- oder Ortsoberhaupt: So sehen es die Verfassungsrichter.

Die gleichgeschlechtliche Ehe gibt es in Frankreich seit Mai. Die Paare dürfen auch Kinder adoptieren – das ist an sich viel umstrittener als die eigentliche Ehe. Die Gegner müssten sich nach diesem Urteil nun aber endlich einmal mit der Gesetzeslage abfinden, sagt Mathieu Nocent, ein Schwulenvertreter vom Verband Inter-LGBT.

Genau daran denken die Gegner der gleichgeschlechtlichen Ehe aber nach wie vor nicht: Sie wollen sich nun an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wenden.