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Britische Regierung: "Atomkraft? Ja bitte"

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Britische Regierung: "Atomkraft? Ja bitte"

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Der britische Premier David Cameron ist sich sicher: Atomkraft ist die Energiequelle der Zukunft für sein Land. Deshalb soll sie auch ausgebaut werden. Mit dem französischen Energiekonzern EDF einigte sich seine Regierung jetzt auf den Bau zweier neuer Reaktoren. Auch chinesische Firmen sollen beteiligt sein.

Cameron: “Diese Atomanlage wird den britischen Steuerzahler kein Geld kosten, wir müssen keine Steuergelder umleiten von Schienen, Straßen, Krankenhäusern oder Schulen. Statt dessen ziehen wir ausländische Investoren an, französische, chinesische Unternehmen. Sie kommen und investieren in unsere Infrastruktur. Das ist eine gute Sache.”

Die Reaktoren sollen im westenglischen Hinkley Point entstehen und das bereits existierende Atomkraftwerk ergänzen. Ab 2023 sollen sie 60 Jahre lang Strom produzieren und sieben Prozent des britischen Energiebedarfs decken. Es ist das erste Atomprojekt in Europa seit Fukushima – und die erste britische Nuklearanlage seit 1995.

23.000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen, 35 Jahre lang, so ist es geplant, erhält der Betreiber einen garantierten Betrag pro Megawattstunde, der deutlich über dem Marktpreis liegt. London will fossile Energieträger durch Alternativen mit geringem CO2-Ausstoß ersetzen. Dazu zählt auch die Atomkraft.

Schon vor zwei Jahren hatte es Proteste gegen den Bau der 19 Milliarden Euro teuren Anlage gegeben. Für die Gegner gibt es noch eine geringe Hoffnung: Die endgültige Entscheidung über den Bau der Hinkley-Reaktoren soll im kommenden Jahr fallen.

Mit dpa, AFP, Reuters

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Infos von EDF zu Hinkley
Infos der britischen Regierung zu Hinkley