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Endgültiges Katyn-Urteil: Russland zufrieden, Polen "etwas enttäuscht"

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Endgültiges Katyn-Urteil: Russland zufrieden, Polen "etwas enttäuscht"

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Ein Verstoß ja, aber nicht gegen die Menschenrechtskonvention. So lässt sich der Richterspruch des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte im Fall Katyn zusammenfassen. Angehörige der Opfer des Massakers hatten gegen Russland geklagt, weil es bis heute nicht die ganze Wahrheit über die Tathergänge offen gelegt habe. Doch ohne Erfolg. Das Urteil der Straßburger Richter: Russland habe nicht gegen seine Pflichten gegenüber den Hinterbliebenen verstoßen. Lediglich bei der Zusammenarbeit mit dem Gericht habe es seine Informationspflicht verletzt. Sprich: Dokumente nicht eingereicht. Russland nannte das Urteil “konsequent und logisch”. Polen hingegen reagierte mit “leichter Enttäuschung.”
Das Massaker von Katyn liegt über 70 Jahre zurück. Der sowjetische Geheimdienst hat 1940 Tausende polnische Soldaten getötet. Bis heute ist das Massaker ein wunder Punkt in den russisch-polnischen Beziehungen.