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Unvollendete Wirklichkeiten, ein Biennalebeitrag des Palais de Tokyo in Lyon

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Unvollendete Wirklichkeiten, ein Biennalebeitrag des Palais de Tokyo in Lyon

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Im künftigen euronews-Gebäude in Lyon, noch im Rohbau, aber weithin erkennbar an seiner grasgrünen Farbe, zeigt der Pariser Kunsttempel Palais de Tokyo seinen Beitrag zur aktuellen Biennale für zeitgenössische Kunst. “Des présents inachevés” heißt die Gemeinschaftsausstellung mit Werken von vier jungen Künstlern. Rebecca Lamarche-Vadel ist die Kuratorin.
“Der Titel “Des présents inachevés” spielt darauf an, dass man nicht alles verstehen kann, dass es heute Phänomene im Leben gibt, die sich dem Verständnis entziehen. Das kann die Zeit betreffen, den Raum, unsere Existenz. Die in dieser Ausstellung vereinten Künstler versuchen, diese unbegreifbaren Formen zu enthüllen und die Schönheit des Unbegreifbaren in unserer Existenz sichtbar zu machen.”

Der Brite Oliver Beer hat den Bodenbelag aus der Küche seiner Großmutter zum Kunstwerk gemacht. Das vergilbte, in den 60er Jahren verlegte Linoleum, erzählt die Geschichte einer Frau, die den größten Teil ihres Lebens in der Küche verbrachte.

Der Kanadier Jeremy Shaw filmte beschäftigt sich mit Unterbewusstsein und Hypnose. Seine Videoinstallation zeigt freiwillige Teilnehmer unter dem Einfluss psychodelischer Drogen.

Die Glasskulpturen des Franzosen Benoît Pype sind an den Fotografien inspiriert, die während der amerikanischen Nukleartests in der Wüste von Nevada entstanden.

Der Schweizer Julian Charrière legt Bakterienkulturen an und benutzt die lebenden Organismen als Bausteine für seine architektonischen Strukturen. Die Mikroorganismen stammen aus Flüssen rund den Globus. “Somehow they never stop doing what they always did” heißt die Werkserie.

“Diese Künstler beschäftigen sich mit dem Unaussprechlichen”, erläutert Rebecca Lamarche-Vadel. “Doch indem sie das tun, schaffen sie das Szenarium für ihre eigenen Kunstwerke und versuchen, uns in den Schaffensprozess miteinzubeziehen. Der Besucher muss für sich selbst entscheiden, ob er dem Künstler in seine Fiktion folgt und die Geschichte für voll nimmt, ob er akzeptiert, dass sie uns die Welt auf eine andere Weise entdecken lässt.”

Die Ausstellung wurde in Partnerschaft mit dem Salon de Montrouge und der Stiftung Pierre Bergé – Yves Saint Laurent in Paris organisiert.
Die unvollendeten Wirklichkeiten kann man bis Anfang November in Lyon entdecken. Ebenso den Ausstellungsort, das Erdgeschoss des künftigen euronews-Gebäudes.

Des Présents Inachevés