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Aung San Suu Kyi nimmt Sacharow-Preis entgegen

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Aung San Suu Kyi nimmt Sacharow-Preis entgegen

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Birmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi hat mit 23-jähriger Verspätung den Sacharow-Preis des Europaparlaments entgegengenommen. Das Parlament in Straßburg hatte Aung San Suu Kyi 1990 für ihren Kampf um Demokratie ausgezeichnet. Damals wurde sie von den Militärs in ihrem Land festgehalten und stand unter Hausarrest. “Es ist wichtiger, sich für die Verbesserung der Gesellschaften und Gesetze sowie von Praktiken einzusetzen, die uns als menschliche Wesen verletzen und die menschliche Würde beschädigen”, sagte Aung San Suu Kyi in Straßburg. “Aus diesem Grund ist unser Wunsch nach Demokratie noch nicht befriedigt.” Die Politikerin stand insgesamt 15 Jahre unter strengem Hausarrest. Sie kam erst 2010 wieder frei. Parlamentspräsident Martin Schulz sagte, die Rede habe gezeigt, dass die Demokratie immer gefährdet sei und nichts als gegeben angesehen werden dürfe. Aung San Suu Kyi habe dazu aufgerufen, sich nicht allein für die Einhaltung der Demokratie in Birma sondern überall auf der Welt einzusetzen. 1991 wurde die Politikerin auch mit dem Nobelpreis für Frieden ausgezeichnet. Der Sacharow-Preis für Gedankenfreiheit wird seit 1988 vergeben. Der Preis trägt den Namen des russischen Atomphysikers und Dissidenten Andrej Sacharow.