Eilmeldung

Eilmeldung

Judo-Olympiasieger Teddy Riner im Euronews-Interview: "Ich bleibe hungrig auf Medaillen!"

Sie lesen gerade:

Judo-Olympiasieger Teddy Riner im Euronews-Interview: "Ich bleibe hungrig auf Medaillen!"

Schriftgrösse Aa Aa

Ein Riese mit Herz und ein Gigant auf der Matte. Teddy Riner war einer der Stars der Olympischen Spiele von London. Gold im Schwergewicht eroberte der 2,04 Meter große Hüne aus Frankreich. Dazu amtiert der 24-jährige als Welt – und Europameister.

Euronews traf Riner am Rande der Sportel in Monaco.

“Willkommen zum Euronews-Interview!”

Teddy Riner:
“Danke!”

“Wie fühlt man sich als einziger sechsfacher Weltmeister im Judo?”

Riner: “Das ist zweifellos ein gutes Gefühl, es schmeichelt mir schon. Aber man muss wissen: Hinter all diesen Titeln steckt eine riesige Menge Arbeit. Ich muss meiner Familie danken, die mich immer gefördert und gefordert hat. Deshalb sitze ich heute hier und das ist auch meine Botschaft an die jungen Leute. Man wird kein Weltmeister durch Nichtstun. Man muss hart arbeiten und an sich selbst glauben, sauber bleiben und den Sport als solches respektieren.”

“Wie fühlt es sich in Judo-Wettkämpfen an, von allen gejagt zu werden?”

Riner: “Das ist nicht immer so. Jeder einzelne Wettkampf ist ein Neubeginn. Auif der Matte bin ich nicht automatisch der Titelverteidiger. Ich versuche auch immer, etwas Neues in einen Kampf einzuflechten oder die Taktik zu variieren. Man muss schon klug vorgehen und jedes Detail analysieren um eine neue Medaille zu gewinnen.”

“Bezogen auf die Judo-Technik, bevorzugen Sie eher die Arbeit mit den Beinen als mit den Schultern. Warum ist das so?”

Riner: “Der Grund liegt auf der Hand. Ich bin so groß, dass ich mich nicht schnell genug vorbeugen kann gegen kleinere Gegner. Deshalb benutze ich eher die Beine. Für Schultertechniken bin ich einfach zu groß”

“Sie arbeiten immer weiter an der Technik.”

Riner: “Natürlich. Ich trainiere immer in alle Richtungen. Über Kreuz, links-rechts, vorwärts-rückwärts.”

“Seit der WM in Tokio 2010 haben Sie alles gewonnen, 50 Kämpfe, trotz Verletzungen.”

Riner: “Ja, es war keine leichte Zeit wegen meiner Verletzungen. Ich habe aber immer meine Medaillen geholt aufgrund meiner mentalen Stärke – ungeachtet aller Probleme.”

“Sind sie noch hungrig auf Medaillen?”

Riner: “Ja. ich will einfach immer mehr und ich möchte Geschichte schreiben.”

“Wie läuft es für Sie im Studium?”

Riner: “Sehr gut. Ich habe vor zwei Wochen wieder mit den Vorlesungen angefangen. Ich freue mich, an einer Universität zu studieren und mein Gehirn auch abseits der Judo-Matte zu benutzen.”

Das Gespräch führte Euronews-Redakteur Yacin Slimane.