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Lumière-Filmfest in Lyon: Quentin Tarantino erfindet das Kino neu

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Lumière-Filmfest in Lyon: Quentin Tarantino erfindet das Kino neu

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Beim Lumière-Filmfest in der französischen Stadt Lyon ist Quentin Tarantino mit dem Prix Lumière geehrt worden.

Uma Thurman hatte zuvor eine Lobrede auf den Regisseur gehalten, in Anwesenheit von mit Tarantino befreundeten Schauspielern Harvey Keitel und Tim Roth sowie den bekannten Produzenten Laurence Bender und Harvey Weinstein.

Die französische Schauspielerin Mélanie Laurent, die bei Inglorious Basterds mitgespielt hatte, wurde von Tarantino sogar zu einem Tänzchen gebeten.

Das Filmfest Lumière zeichnet jedes Jahr einen erfolgreichen Kinoschaffenden aus. Und Tarantino stellte eine Woche lang seine Filme vor, und dazu noch seine Lieblingsfilme.

Insgesamt sollten 135 Kurzfilme in sechs Tagen die Geschichte des Kinos erlebbar machen.

Quentin Tarantino:
“Dieses Festival hat sich dem Kino verschrieben. Es will großartige Arbeit sehen, Karrieren verfolgen, Filme öffentlich zeigen und daraus ein gemeinsames Erlebnis machen.
Diesen Preis hier von Ihnen, von diesem Festival zu erhalten, in der Stadt, wo das Kino erfunden wurde… Ich wüsste nicht, wo ich wäre, wenn sich die Eltern der Brüder Lumière nie getroffen hätten. Es lebe das Kino!”

Die Brüder Lumière drehten in Lyon im Jahr 1895 den ersten Kinofilm überhaupt.

Tarantino hatte Spaß daran, ein Remake des Films zu drehen, am gleichen Ort wie damals die Brüder Lumière ihren “Arbeiter verlassen die Lumière-Werke”.

Schauspieler Harvey Keitel wirkte mit, und Pierre William Glenn, der mit Francois Truffaut gedreht hatte, war hinter der Kamera.

Pierre-William Glenn:
“Wir rekonstruieren “Arbeiter verlassen die Lumière-Werke” mit allen Schauspielern, Regisseuren und Produzenten, die auf dem Festival anwesend sind. Und wir drehen auf 35 Millimeter.”

Hier läuft die erste Version des Original-Films.

Und hier eine Version von 2013. Es gab nämlich mehrere, wie Regisseur Fatih Akin erklärt.

Fatih Akin:
“Es war lustig, bei einem Quentin Tarantino-Film mitzumachen und am gleichen Tag in einem Film von Jerry Schatzberg und von Michael Cimino aufzutreten – und ebenfalls am gleichen Tag noch der Regisseur all dieser Regisseure und von Harvey Keitel zu sein. Das war cool, das hatte was.”
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Hier sehen Sie nun drei verschiedene Versionen des Films “Sortie des Usines Lumière” von 1895.

Und hier, nebeneinander, die drei “modernen” Versionen aus dem Jahr 2013.

Der Regisseur Radu Mihaileanu:

“Ich weiß nicht, ob Sie es bemerkt haben. Ich habe drei Mal unterschiedlich gespielt – für einen Liebesfilm, einen Krimi und eine Komödie. Wir stecken in der Krise. Da muss man sich alle Möglichkeiten offen halten. Es war großartig. Lang lebe das Kino.”