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Zum Wohle der Natur: technische Neuheiten von Australien bis Italien

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Zum Wohle der Natur: technische Neuheiten von Australien bis Italien

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In Sidney hat eine der größten Banken für Pflanzen geöffnet. Die Einrichtung will einzigartige Pflanzenproben für Forschung und Restaurierungen bewahren. Denn zehn Prozent der australischen Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht.
Das Ziel der Bank ist es, Samen oder lebendes Gewebe von allen 25.000 australischen Pflanzenarten zu sammeln und aufzubewahren. Über 200 Millionen Samen könnten so eingelagert werden, indem sie mit Hilfe von flüssigem Nitrogen eingefroren werden.

Karen Sommerville, Forscherin:
“Sie müssen den Metabolismus komplett stoppen. Wenn sie sie bei Minus 196 Grad Celsius lagern, hört alles auf. Das Gewebe altert nicht, und wenn sie es herausholen, haben sie eine lebende Pflanze.”

Die Samen werden mit Hilfe von speziellen Maschinen sorgfältig ausgewählt und haltbar gemacht. Aber nicht alle australischen Pflanzen produzieren Samen. Deshalb will die australische Pflanzenbank alternative Lagersysteme einrichten, wie die Gewebekultur. Mit dem ganzen lebenden Material soll eine große Sammlung für die Forschung und zukünftige Generationen geschaffen werden.

Brett Summerell von den Royal Botanic Gardens:
“Die Samen dienen der Erhaltung, sozusagen als Versicherungsvertrag. Aber wir wollen sie auch für die Restauration nutzen, um Pflanzenarten wieder in die Wildnis einzuführen, um so Ökosysteme und Bewuchs wieder herzustellen.”

Die Pflanzenbank verfügt auch über spezielle Lern-Laboratorien. Dazu will die Bank mit Vorträgen und Workshops jüngere Generationen erziehen und sie über die verschiedenen Pflanzenarten und die Risiken im Zusammenhang mit ihrer Ausrottung informieren.

Von der Wiederherstellung von Ökosystemen geht es zu ihrer Aufnahme: Eine Gruppe italienischer Outdoor-Fans um Kletterer Fabio Zaffagnini hat einen Webdienst geschaffen, der Panoramaansichten von Orten bietet, die sehr versteckt, jetzt aber nur noch einen Klick entfernt sind. Hier befinden wir uns in einer recht unbekannten ländlichen Gegend in der Nähe von Rom.

Das System Trail Me Up arbeitet wie Google’s Street View – mit einem Unterschied: Es kartiert Plätze, die von Hauptstraßen und ausgetretenen Pfaden weit entfernt sind.

Fabrio Zaffagnini, Gründer von Trail Me Up:
“Trail Me Up ist ein Dienst, mit dem man virtuelle Touren an Orte machen kann, die nur zu Fuß zu erreichen sind. Es ist eine Art Street View für Pfade. So können Leute virtuell Pfade, Wälder und Nationalparks erkunden. Außerdem gibt es teilweise Erklärungen, was man auf den Bildern sieht. Am Ende kommt eine Art interaktive Dokumentation dabei heraus.”

Hier befindet sich Fabio in einem abgelegenen Dorf in Äthiopien. Sein Rucksack ist mit fünf Kameras ausgestattet, die mit dem gleichen Auslöseknopf betätigt werden. Alle 20 bis 30 Meter drückt er auf diesen Auslöser und nimmt dabei ein 360-Grad-Bild der umliegenden Gegend auf. Ein GPS-Empfänger bestimmt zeitgleich seine exakte Position.

Fabrio Zaffagnini, Gründer von Trail Me Up:
“Wir sind hier innerhalb einer virtuellen Realität, in einem Dorf des Mursi-Volks in Äthiopien. Wir sind mit unserem Rucksack dorthin gereist, und seit wir unser Material veröffentlicht haben, kann man das Dorf auf unserer Webseite erkunden.”

Fabio hat den Prototypen seiner Ausstattung vor zwei Jahren in seiner Küche gebaut. Dafür verwendete er einige unkonventionelle Materialien wie die Batterie eines Motorrollers, um die Kameras mit Strom zu versorgen. Seine Webseite richtet sich an Wanderer, Naturliebhaber und alle, die neugierig sind, rund um den Globus unbekannte Orte zu erforschen.