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Erst Wimbledon, dann Karriereende - Marion Bartoli im Euronews-Interview

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Erst Wimbledon, dann Karriereende - Marion Bartoli im Euronews-Interview

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Am 6. Juli 2013 feierte die Französin Marion Bartoli ihren größten Erfolg. Sie gewann das Grand Slam-Turnier in Wimbledon. Nur einen Monat später verkündete sie ihren Rücktritt vom Profisport. Euronews hatte die Möglichkeit, mit der 29-Jährigen zu sprechen.

Euronews:
Herzlich willkommen Marion Bartoli.
Wie fühlen sie sich nach ihrem Rücktritt?

Marion Bartoli:
Sehr gut danke. Ich habe viel zu tun und es gibt einige Projekte, die bald bekannt gegeben werden. Mein Terminkalender ist voll aber ich bin glücklich, denn ich tue, was mir Spaß macht und mich interessiert. Das ist wundervoll.

Euronews:
Wie fühlen sie sich nach ihrem Wimbledonsieg?

Marion Bartoli:
Das Ende meiner Karriere war außergewöhnlich. Ich habe das erreicht, was ich immer erreichen wollte. Ich habe mir meinen Kindheitstraum erfüllt. Das war ein wundervolles Geschenk.

Euronews:
Ihr Spielstil war sehr ungewöhnlich. Sie haben die Vorhand und die Rückhand beidhändig gespielt, wie Monica Seles.

Marion Bartoli:
Es gibt nichts Langweiligeres, als so zu sein, wie die anderen. Ich habe anders gespielt, hatte einen eigenen Spielstil. Aber vielen Menschen auf der Welt hat das gefallen. Außerdem schätzen es die Menschen am meisten, wenn man ganz unten anfängt und dank harter Arbeit an die Spitze kommt und sich einen Traum erfüllt.

Euronews:
Hatte ihr Rücktritt vom aktiven Sport mit Verletzungen zu tun oder steckt da etwas anderes dahinter?

Marion Bartoli:
Es lag an den Verletzungen. Selbst in Wimbledon habe ich mehr Zeit damit verbracht mein Knie behandeln zu lassen, als auf dem Platz zu stehen. Ich konnte gerade einmal 45 bis 50 Minuten schmerzfrei spielen.

Euronews:
War es ein Vorteil, dass sie so lange von ihrem Vater trainiert wurden?

Marion Bartoli:
Er hat mich dahin gebracht, wo ich am Ende war. Ich habe die Strukturen ein wenig verändert, um Wimbledon zu gewinnen. Mein Vater saß im Publikum. Mein neues Team war zwar großartig, aber mein Vater hat einen 95-prozentigen Anteil daran, dass ich so weit gekommen bin. Und er war im wichtigsten Moment meines Lebens bei mir.

Euronews:
Gegen welche Gegnerinnen haben sie besonders gerne gespielt?

Marion Bartoli:
Gegen alle. Serena Williams war natürlich etwas Besonderes. Aber alle waren wichtig. Ich hatte das Glück, mehrere Generationen zu erleben. Von Lindsay Davenport und Jennifer Capriati bis hin zu Serena, Amelie Mauresmo, Justin Henin und Kim Clijsters. Jede sorgt dafür, dass du dich verbesserst. Und ich hatte das Glück, sie zu schlagen.

Euronews:
Ich habe gelesen, dass sie Sport- und Jugendministerin werden wollen. Stimmt das?

Marion Bartoli:
Der Posten einer Ministerin ist sehr bedeutend. Wenn man mich fragt, werde ich ja sagen. Aber ich wache nicht jeden Morgen auf und denke darüber nach.

Euronews:
Wir wünschen ihnen alles Gute und bedanken uns für dieses Interview.