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Georgier wählen Nachfolger Saakaschwilis

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Georgier wählen Nachfolger Saakaschwilis

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Die Georgier entscheiden am kommenden Sonntag über die Nachfolge von Präsident Michail Saakaschwili. Nach zwei Amtszeiten darf der umstrittene Politiker sich entsprechend der georgischen Verfassung nicht ein weiteres Mal zur Wahl stellen.

Als Favorit unter den 23 Kandidaten gilt der bisherige Bildungsminister Georgi
Margwelaschwili. Umfragen sehen
ihn bei rund 55 Prozent der Stimmen.
Die Integration in Europa und transatlantische Strukturen sei das Ziel der georgischen Außenpolitik, so Margwelaschwili. Gleichzeitig sei man sehr effektiv darin gewesen zu zeigen, dass man die Beziehungen zu Russland herunterschrauben könne.

Der 44-Jährige liegt den Umfragen zufolge klar vor Saakaschwilis Kandidaten, dem früheren Parlamentspräsidenten David Bakradse. Der neue Präsident wird vor allem Repräsentant sein wie in
Deutschland. Eine Verfassungsänderung überträgt nach der Wahl wichtige Befugnisse des Staatschefs auf den Ministerpräsidenten.

Für die Opposition geht Nino
Burdschanadse, die ebenfalls Parlamentspräsidentin war, ins Rennen. Sie setzt vor allem auf demokratische Reformen in Georgien. Sie fordert, dass alle Aktivitäten Saakaschwilis genau untersucht werden müssten, auch der Krieg gegen Russland im August 2008 sowie Folter in den Gefängissen des Landes und der Druck, der auf politische Gegner ausgeübt werde.

Kritiker werfen dem westlich geprägten Saakaschwili immer autoritärere Züge und Selbstverliebtheit vor. Er war einst als gefeierter Held mit der Rosenrevolution 2003 an die Macht gekommen und hatte Hoffnungen auf einen demokratischen Wandel genährt.