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Die Mafia: Nicht nur ein italienisches Problem

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Die Mafia: Nicht nur ein italienisches Problem

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Mehr als 20 Jahre sind die Mordanschläge auf Italiens prominenteste Anti-Mafia-Staatsanwälte nun schon her.

Und immer noch sind nicht alle Zusammenhänge ermittelt. Das wird um so wichtiger, da die aus Italien stammende Form des organisierten Verbrechens immer mehr in die legale Wirtschaft eindringt. Am 23. Mai 1992 wurde das Auto von Giovanni Falcone gesprengt. Mit dem Staatsanwalt starben seine Frau, drei seiner Mitarbeiter und seine Personenschützer. Niemand zweifelte daran, dass die eine Verbrechen der Mafia war. Nur 53 Tage später flog ebenfalls in Palermo das Fahrzeug von Falcones Freund und Nachfolger, Staatsanwalt Paolo Borsellino, in die Luft.

2008 wurde die Ermittlungsakte in diesem Fall wieder geöffnet wegen des dringenden Verdachtes, hier könnten brisante Geheimnisse zum Zusammenspiel von italienischem Staat und Mafia eine Rolle gespielt haben, die Borsellino hatte aufdecken wollen. Gemunkelt wurde über so etwas schon lange. In Siziliens Hauptstadt Palermo wurde ein Prozess eröffnet, in dem es genau darum ging: Schmutzige Deals zwischen Staat und Mafia.

Auf der Anklagebank saß unter anderen auch Massimo Ciancimino, Sohn des ehemaligen Bürgermeisters von Palermo, Vito Ciancimino. Sohn Massimo gab einiges von den ererbten Geheimnissen preis. So etwa, dass sein Vater enge Beziehungen gepflegt habe zum ehemaligen Senator Marcello dell’Utri, der 2010 wegen seiner Mafia-Verbindungen verurteilt wurde. Dieser Politiker galt seinerzeit als “rechte Hand” von Silvio Berlusconi.

Den Journalisten Roberto Soviano kennen Leser in 43 Ländern. 2006 musste er in ein Zeugenschutzprogramm abtauchen, nachdem sein später verfilmtes Buch “Gomorrah” ihn zur Zielscheibe der Mafia gemacht hatte. Er warnt davor, dass die organisierte Kriminalität Europa unterwandert, und zwar die legale Wirtschaft in Deutschland und anderen Ländern. Ohne dass die Regierungen ihre Bürger darüber informierten.

Die USA setzen die Drohnen im Kampf gegen Terroristen und Al-Qaida-Anhänger ein. Die unbemannten Flugzeuge sind umstritten, weil bei den Attacken immer wieder Zivilisten ums Leben kommen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft den USA vor, mit den Drohnenangriffen in Pakistan das Völkerrecht zu brechen.