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Europaweite Patientenrechte treten in Kraft

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Europaweite Patientenrechte treten in Kraft

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EU-Bürger können künftig selbst entscheiden, ob sie sich in ihrer Heimat oder im europäischen Ausland medizinisch behandeln lassen.
Europaweite Patientenrechte treten an diesem Freitag in Kraft. In einigen Fällen bedarf die Behandlung im Ausland jedoch der Zustimmung der eigenen Krankenkasse: Wenn die Patienten eine Nacht im Krankenhaus verbringen, wenn es sich um kostenspielige Behandlungen handelt sowie in schwierigen, besonderen Fällen. Die Kassen können ihre Zustimmung verweigern, doch den Worten des Gesundheitskommissars Tonio Borg zufolge, steht es den Bürgern frei, dagegen Einspruch einzulegen. Die neue Regelung sieht zudem vor, dass jeder Mitgliedsstaat eine Stelle einrichtet, die die Patienten über die Rechte auf gesundheitliche Versorgung informiert. Die Berichterstatterin des Europaparlaments, Francoise Grossetete, macht darauf aufmerksam, dass die Kassen bei Behandlungen im Ausland Kosten in der gleichen Höhe wie bei Behandlungen im Heimatland erstatten. Für die europäische Patientenvereinigung ist die neue Regelung ein Fortschritt. Doch: “Patienten werden für die Behandlung zunächst selbst aufkommen müssen, bevor die Kosten erstattet werden. Dies wird für Patienten, die einer Behandlung im Ausland bedürfen ein Hindernis sein”, sagt Kaisa Immonen-Charalambous. Die neuen Regeln gelten sowohl für privat Versicherte als auch für Kassenpatienten.