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Unter Wasser: Istanbul eröffnet Tunnel durch den Bosporus

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Unter Wasser: Istanbul eröffnet Tunnel durch den Bosporus

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Die türkische Metropole Istanbul, sie liegt auf zwei Kontinenten, Europa und Asien. Getrennt sind beide Statteile durch den Bosporus. Über ihn spannen sich Brücken, Schiffe verkehren zwischen beiden Seiten. Nun kommt eine weitere Verbindung hinzu. An diesem Dienstag, und damit pünktlich zum 90. Jahrestag der Republikgründung, wird ein Bahntunnel auf dem Grund des Bosporus eröffnet.

Dieser Tunnel ist insgesamt 13,6 Kilometer lang, 1,4 Kilometer davon liegen unter Wasser. Seit mehr als 150 Jahren gab es Pläne für ein solches Projekt, jetzt wurde es realisiert, die Kosten dafür belaufen sich auf umgerechnet rund 3,3 Milliarden Euro, dafür sollen pro Tag anderthalb Millionen Fahrgäste in bis zu sechzig Metern Tiefe durch den Tunnel befördert werden.

Das Bauwerk ist Teil des Marmaray-Projekts, zu dem eine Schienenstrecke durch Stadtteile Istanbuls auf beiden Kontinenten gehört. Vorerst soll nur der Tunnel mit einer S-Bahn in Betrieb gehen, ab 2015 werden dann auch Fernzüge durch den Tunnel fahren. Gebaut wurde er von einem türkisch-japanischen Konsortium, aber auch Firmen aus anderen Ländern waren beteiligt, etwa Siemens oder BASF. Eigentlich sollte der Tunnel schon 2009 eröffnet werden, wegen “archäologischer Funde”;http://de.euronews.com/2011/07/20/die-geheimnisse-des-antiken-frachters-von-yenikapi/ verzögerte sich der Bau aber.

Die türkische Regierung hofft , den Bahntunnel später als Teil einer “eisernen Seidenstraße” betreiben zu können, über die Verkehr zwischen China und Europa laufen könne.

Zur Eröffnung kommt neben der türkischen Staatsspitze auch Japans Regierungschef Shinzo Abe.

Sorgen bereitet der Umstand, dass der Tunnel nahe an der sogenannten nordanatolischen Verwerfung liegt, an der es immer wieder zu Erdbeben kommt.