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Krebsstudie:Dicke Luft macht krank

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Krebsstudie:Dicke Luft macht krank

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Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat Luftverschmutzung als wichtige Ursache für Krebserkrankungen eingestuft. Demnach liegen ausreichend Beweise vor, dass Luftverschmutzung im Freien vor allem Lungenkrebs, aber auch Blasenkrebs hervorrufen kann.
Das geht aus einer Studie hervor, für die Daten von Millionen Menschen in Europa, Amerika und Asien ausgewertet wurden.

Zu den schlimmsten Luftverschmutzern zählen Transportmittel, Stromerzeugung, Industrie-Emissionen und das Heizen und Kochen in Haushalten.

Doch wo auf der Welt ist die Luftverschmutzung am höchsten?
Euronews hat in Lyon Dana Loomis getroffen. Der Wissenschaftler ist einer der Autoren des Krebs-Berichts. Er erklärt, dass die Luft in China und Indien, erstaunlicherweise aber auch in Nordafrika, besonders stark verschmutzt ist.

“In China und Indien ist die Luftverschmutzung vor allem auf die Verbrennung von Kohle zurückzuführen sowie auf den industriellen Aufschwung, der in diesen Ländern gerade stattfindet”, so Loomis. “In Nordafrika hingegen gibt es vor allem Wüste und wenig Menschen. Die Luftverschmutzung, die wir hier sehen, ist Wüstenstaub im Wind. Das ist etwas ganz anderes, als wenn die Luft durch Industrie verunreinigt ist.”

Wüstenstaub ist zwar nicht so gefährlich für die Gesundheit wie andere Arten der Luftverschmutzung. Allerdings können seine feinen Partikel Atemwegserkrankungen auslösen.

Auf dem europäischen Kontinent fällt die Luftverschmutzung je nach Region sehr unterschiedlich aus. Es gibt stark verschmutze Regionen und Regionen mit relativ sauberer Luft.

Dana Loomis erklärt: “In Europa verschmutzen heute vor allem Transportmittel die Luft, also Fahrzeuge, Flugzeuge und so weiter. Früher war es die Industrie. Und in China und Indien ist heute noch die Industrie der Hauptverursacher. Diese Länder machen gerade eine Industrialisierung durch, wie sie Europa vor 200 Jahren gesehen hat.”

Was kann der Einzelne tun, um zu reiner Luft beizutragen?
Laut Dana Loomis relativ wenig: “Luftverschmutzung ist ein klassisches öffentliches Gesundheitsproblem, denn die Luft gehört allen. Wir atmen alle die selbe Luft. Der Einzelne kann wenig tun, um die Qualität der eingeatmeten Luft zu verbessern. Menschen können mit dem Rad zur Arbeit fahren oder ihren Benzinverbrauch reduzieren, aber das hilft nicht wirklich. Es hilft der Gemeinschaft, und es ist gut, wenn alle so handeln.
Aber wir müssen uns auch bewusst sein, dass es sich um ein kollektives Problem handelt, und dass wir Lösungen von Regierungen und auf internationaler Ebene erwarten müssen.”

Die Luft, die wir tagtäglich einatmen,birgt gewaltige Gesundheitsrisiken.
Allein im Jahr 2010 starben laut Bericht mehr als 220.000 Menschen an Lungenkrebs auf Grund von Luftverschmutzung.
Höchste Zeit also, dass Regierungen und internationale Behörden umdenken.