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Von Europa nach Asien im Zug unter dem Meer

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Von Europa nach Asien im Zug unter dem Meer

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Den Bosporus kann man nun in nur vier Minuten unterqueren. Damit wird ein Traum wahr, den schon Ende des 19. Jahrhunderts Sultán Ottoman Abdulhamid träumte. Istanbul, die Stadt auf zwei Erdteilen hat nun die modernste und schnellste Verbindung zwischen Europa und Asien. Bis zu 75.000 Fahrgäste sollen pro Stunde befördert werden auf dem 76 Kilometer langen Schienenweg unter der Meerenge. Im Zwei-Minuten-Takt werden die Züge fahren und damit den rund zwei Millionen Pendlern, die täglich auf den anderen Kontinent zur Arbeit fahren, das Leben wesentlich erleichtern. Die die ständig vom Verkehrsinfrakt bedrohte 15-Millionen-Stadt ein revolutionäres Projekt. Es trägt den Namen “Marmaray” nach dem Marmarameer und “ray”, dem türkischen Wort für Schiene. Begonnen haben die Bauarbeiten 2004. Mit 735 Millionen Euro hat sich die Bank von Japan an dem Projekt beteiligt. Auch die Europäische Investitionsbank gehört zu den Investoren. Gebaut hat ein Konsortium aus türkischen, japanischen und auch deutschen Firmen.
Die Japaner haben schließlich die umfangreichsten Erfahrungen mit Meeresunterquerungen.
Der Tunnel ist 13,6 km lang. Auf 1,4 km verläuft er unter dem Meer. Insgesamt kostet das Projekt 3,3 Milliarden Euro, wofür 1,5 Millionen Passagiere pro Tag befördert werden können. Gebaut ist der Unterseetunnel als eine Doppelröhre, die 60 Meter tief in den Grund des Bosporus gebohrt wurde. Und das nur 20 km entfernt von der “nordanatolischen Verwerfungszone”, wo schon Erdbeben bis zur Stärke 9 registriert wurden. Der Transportminister bezeichnet den Tunnel dennoch als “das sicherste Bauwerk von Istanbul”. Die Arbeiten für die Station Yenikapi auf der europäischen Seite haben einen wahren Schatz sichtbar gemacht. Die Archeologen fanden einen Hafen mit Überresten von 13 Schiffen aus byzantinischer Zeit. Dazu Amphoren und andere Gebrauchgegenstände. Die UNESCO hat das alles in ihre Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.