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Bitcoin - die Währung der Zukunft?

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Bitcoin - die Währung der Zukunft?

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Es ist eine Weltpremiere. An einem Geldautomaten im kanadischen Vancouver kann man erstmals die virtuelle Internet-Währung Bitcoin in die Landeswährung tauschen. Der Automat steht neben einem Café, in dem zwei Bitcoin-Pioniere schon vorher eine Wechselstube betrieben. Man kann seinen Café in Bitcoins bezahlen, herunterzuladen vom Smartphone – oder sich am Automaten kandische Dollar auszahlen lassen.
Es funktioniert auch andersherum. Automatenerfinder Jordan Kelly verweist auf die aktuell wachsende Nachfrage, durch die der Nutzen der Bitcoins immer mehr wachse. Der Wechselautomat in Vancouver ist auf ein Limit von 3000 kanadischen Dollar eingestellt, die pro Person und Tag getauscht werden können. Der aktuelle Kurs liegt bei 200 US-Dollar für ein Bitcoin. Und so sieht die Wertentwicklung der virtuellen Währung aus: Von 12 US-Dollar im November 2012 stieg der Kurs auf die aktuellen 200 Dollar. Bisher werden mit der virtuellen Währung überwiegend Dienstleistungen und Waren im Internet bezahlt. Erfunden hat Bitcoin 2008 ein Programmierer, von dem nur das Pseudonym Satoshi Nakamoto bekannt ist. Der Grundgedanke besagt, konventionelle Währungen basieren auf dem Vertrauen in ein Bankensystem. Um Geld zu bekommen, müssen wir Banken einen Teil unserer Privatsphäre anvertrauen. Durch die Verschlüsselungstechniken soll das bei Bitcoin nicht mehr nötig sein. Trotzdem ist Bitcoin kein anonymes System, das zu Geldwäsche oder Steuerbetrug einläd. Die Transaktionen zwischen zwei Partnern in Bitcoin werden öffentlich im Netz protokolliert.
Professor Sergio Rossi, der an der Universität von Fribourg in der Schweiz Wirtschaftswissenschaft lehrt,
beklagt, dass man noch zu wenig darüber wisse, woher eigentlich die Kaufkraft dieser virtuellen Währung komme, hinter der eben keine Bank stehe und auch keine staatliche Autorität. Er sieht darin ein Risiko für die Stabilität des bestehenden Wirtschaftssystems.
Dabei hat Bitcoin auch schon einen großen Gewinner vorzuweisen. Der norwegische Student Kristoffer Koch, der 2009 gerade an seiner Abschlußarbeit in Informatik saß, kaufte für 27 Dollar Bitcoins – eigentlich nur, um sein Konto nach allen Regeln seines Fachs zu verschlüsseln. Als Fingerübung gewissermaßen.
Dann vergaß er die Sache. Und als ihn neue Meldungten vier Jahre später wieder an dieses Konto erinnerten, konnte er sich davon in der teuersten Gegend von Oslo eine Wohnung kaufen.,