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Bolivianische Anden trocknen aus

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Bolivianische Anden trocknen aus

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Hoch oben in den bolivianischen Anden ist der Klimawandel deutlich zu spüren: Gletscher schmelzen, Flüsse trocknen aus, der Boden erodiert. Das hat katastrophale Folgen für die Einwohner, vor allem für die Bauern, die im Hochland Getreidesorten wie Quinoa oder Canihua anbauen.

40 Prozent der Gletscher in der Hochgebirgskette Cordillera Real sind Schätzungen zufolge seit 1980 bereits geschmolzen.
Auch in der Gemeinde Cala Huacani ist das Wasser knapp geworden. Ein Einwohner sagt:
“Früher sahen wir den Schnee auf den Bergen, wir hatten jede Menge Wasser. Im Gebirge hat es oft geregnet, das Wasser lief dann durch unseren Ort. Aber jetzt sind die Flüsse sehr trocken. Manchmal haben wir weder Wasser für das Vieh noch für uns. Es gibt Einrichtungen, die uns helfen, Alternativen zu finden.”

Zum Beispiel die Wissenschaftler der San Andres Universität in La Paz: Sie wollen in der Region neue Anbaumethoden einführen, die den Bewohnern trotz Wassermangel und Erosion eine gute Ernte ermöglichen soll. Die Methoden, die die indigene Bevölkerung über Generationen genutzt und weitergegeben hat, sind in der aktuellen Situation nicht mehr effektiv.

Bolivien zählt zu den Ländern, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. Wenn nicht bald etwas passiert, scheint es nur eine Frage der Zeit, bis die Andenbewohner buchstäblich auf dem Trockenen sitzen.