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Hugo Chavez als quasi-religiöse Erscheinung

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Hugo Chavez als quasi-religiöse Erscheinung

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Am 5.März 2013 starb der venezuelanische Präsident Hugo Chavez. Sein Ziehsohn Nicolás Maduro wurde zu seinem Nachfolger gewählt, der versprach, den von Chavez proklamierten “Sozialismus des 21. Jahrhunderts” bis 2019 fortzuführen. Maduro sieht sich als Sohn, manchmal auch ganz religiös als Jünger seines Vorgängers Chávez. Ganz im Sinne dieser quasi-religiösen Verehrung erklärte Maduro im Wahlkampf, sein verehrter Vorgänger Chavez sei ihm in Form eines kleinen Vogels erschienen. Derartige Erscheinungen werden seither immer mal wieder von verschiedenen Orten Venezuelas gemeldet. Im Juni soll es auf dem Gebirge geschehen sein, das sich nahe der Hauptstadt erhebt. Und nun mitten in Caracas! Diesmal sollen es Arbeiter in einem Metro-Tunnel gewesen sein, denen sich die Chavez-Erscheinung offenbarte. Und zwar als sein Gesicht auf eine Mauer projeziert. So verkündete es Staatspräsident in feierlichen, von Ergriffenheit bestimmten Worten, bei einer öffentlichen Veranstaltung.
Der charismatische “Comandante” Hugo Chavez, der Venezuela in den vergangenen 14 Jahre mal eigensinnig, mal autoritär regierte, war am 5. März an Krebs gestorben. Die verarmte Mehrheit der Venezolaner verehrt Chávez, da er nach Jahrzehnten elitärer Regierungen den Erdölreichtum des Landes benutzte, um Sozialprogramme einzuführen, und Bildungspolitik für alle betrieb. Diesen “Bolivarianische Revolution” oder auch “Sozialismus des 21. Jahrhunderts” getauften Kurs will Maduro fortsetzen. Wo ihm das Charisma eines Chavez fehlt, da lässt er jenen eben von Zeit zu Zeit als “Erscheinung” wiederkehren.