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Bürgerprotest gegen Mauerbau an der türkisch-syrischen Grenze

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Bürgerprotest gegen Mauerbau an der türkisch-syrischen Grenze

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In der süd-west-türkischen Provinz Mardin leben wie auf der anderen Seite der Grenze in Syrien Kurden, die sich als ein Volk verstehen, dessen Siedlungsgebiet durch Grenzziehungen im 20. Jahrhundert von Staatsgrenzen durchschnitten wird.
Der türkische Staat lässt hier eine Mauer bauen, um den Schmuggel zu unterbinden, der seit dem Bürgerkrieg im benachbarten Syrien boomt. Offiziell heißt es, die Mauer werde “aus Sicherheitsgründen” errichtet. Die Bürgermeisterin des türkischen Ortes Nusaybin hat protestiert mit Hungerstreik. Mitten auf die Mauerbaustelle. Sie weiß die Einwohner ihres Ortes hinter sich.
Einer von ihnen sagt aufgebracht: “Wer hier eine Mauer bauen will, der hat doch nichts anderes im Sinn, als das kurdische Volk zu spalten. Das nehmen wir Einwohner von Nusaybin nicht hin. Das akzeptieren wir nicht. Wir wissen, was es heißt, von Familie und Freunden getrennt zu sein. Wir wehren uns. Unsere Bürgermeisterin sitzt da hinten nicht allein. Wir alle unterstützen sie.”
Der Provinzvorsitzende der kurdischen Partei BDP, Resat Kaymaz, betont: “ Diese Mauer ist eine Schande! Anderswo auf der Welt sind Mauern gefallen, bei manchen dauerte es eine Weile, aber am Ende sind sie gefallen. Wir kämpfen gegen diesen Mauerbau., denn das ist keine durch eine Mauer verstärkte Grenze. Hier soll das kurdische Volk gespalten werden.”
Und damit dürften die erfolgreichen Ansätze für eine friedliche Lösung des Kurdenkonflikts in der Türkei gestört werden. Im März hatten die Kurdenparteien den Rückzug ihrer bewaffneten Kämpfer von türkischen Territorium verkündet.
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