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Geschlecht Neugeborener kann offen bleiben

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Geschlecht Neugeborener kann offen bleiben

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Das Geschlecht neugeborener Kinder muss künftig in
Deutschland nicht mehr kurz nach der Geburt festgelegt werden.

Wenn Kinder nicht klar als Junge oder Mõdchen zuzuordnen sind, also intersexuell sind, können sie ohne Angabe ins Geburtenregister eingetragen werden. Das sieht das geänderte Personenstandsrecht vor, das vom 1. November an gilt. Der Deutsche Ethikrat hatte die Gesetzesänderung empfohlen.

Dr. Katinka Schweizer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Diplom-Psychologin am Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Sie sagt: “Intersexualität ist keine Erkrankung. Es ist eine Variante der Natur. Es ist ein Überbegriff für eine Vielzahl von Erscheinungsformen. Es gibt Formen, die tatsächlich einhergehen mit Behandlungsnotwendigkeit, aber wenn es um rein kosmetische Operationen im Genitalis geht, dann ist klar zu sagen, damit ist zu warten, bis die Person selber entscheidungsfähig ist.”

Die Zahlen zu Intersexuellen in Deutschland gehen auseinander; der Deutsche Ethikrat geht von rund 80.000 Betroffenen aus. Der Bundestag hatte das Gesetz Ende Januar 2013 verabschiedet.