Eilmeldung

Eilmeldung

Griechenland und die Angst vor der Gewaltwelle

Sie lesen gerade:

Griechenland und die Angst vor der Gewaltwelle

Schriftgrösse Aa Aa

In Griechenland wächst die Sorge vor einer Gewalteskalation zwischen links und rechts. Nachdem am Freitagabend zwei Mitglieder der Partei “Goldene Morgendämmerung” erschossen worden waren, warnen Experten vor einer erneuten Vergeltungsaktion. Die Morde vor der Parteizentrale könnten Beobachtern zufolge auf das Konto von Linksextremen gehen, die den Tod eines Musiker rächen wollten, der im September von einem mutmaßlichen Mitglied der “Goldenen Morgendämmerung” erstochen worden war.

“Mein Bus war verspätet, also bin ich lieber zu Fuß gegangen”, sagt ein Zeuge. “Ich war noch in der Nähe der Bushaltestelle, als ich Schüsse hörte. Ich habe mich umgedreht und dann die beiden Toten gesehen.” Dimitris Koukoutsis, ein Mitglied der “Goldenen Morgendämmerung”, meint: “Wir haben bisher keine genauen Angaben über ein Motiv. Es gibt viele Möglichkeiten. Wir müssen die Untersuchungen abwarten. Aber wir haben von Anfang an gesagt, dass wir im Kreuzfeuer der Medien und der Regierung stehen.”

Nach Angaben der Polizei wurden von einem Motorrad aus zwölf Schüsse auf die Opfer abgefeuert. Neben den Getöteten erlitt ein dritter Mann lebensgefährliche Verletzungen.

“Die griechische Polizei untersucht seit Jahren mögliche Verbindungen zwischen Terrorismus und der organisierten Kriminalität”, sagt euronews-Reporter Stamatis Giannisis in Athen. “Die kaltblütige und professionelle Ausführung der Morde an den Mitgliedern der ‘Goldenen Morgendämmerung’ könnte die Ermittler auch in diese Richtung führen.”