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Nach Tod von Taliban-Anführer: Pakistan erzürnt über Angriffe von US-Drohnen

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Nach Tod von Taliban-Anführer: Pakistan erzürnt über Angriffe von US-Drohnen

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Taliban-Anführer Hakimullah Mehsud ist bei einem Drohnenangriff im Nordwesten Pakistans getötet worden. Das haben der pakistanische Nachrichtendienst und führende Stammesvertreter bestätigt.

Die pakistanische Regierung drückte angesichts der anhaltenden Attacken US-amerikanischer Drohnen ihren Proteste aus. Diese seien kontraproduktiv bei der Bemühung um Gespräche mit den Taliban. Innenminister Chaudhry Nisar Ali Khan sagte, die Angriffe seien ein Versuch, die angestrebten Gespräche zu sabotieren. Auch in der Bevölkerung regt sich Widerstand gegen das Vorgehen der Amerikaner. “Unter diesen Umständen ist ein Dialog schwierig”, sagt ein Passant in Islamabad. “Nach dem Tod von Mehsud werden die Taliban nicht mehr zu Gesprächen bereit sein. Wie geht es also weiter? Es kann nur einen Dialog geben, wenn er von beiden Seiten gewollt ist und wenn es keine Drohnenangriffe mehr gibt.” Ein anderer Mann findet: “Die Drohnenangriffe sind hinderlich. Dass Hakimullah Mehsud auf diese Weise getötet wurde, schadet unserem Land und den Moslems.”

Die Region Waziristan an der afghanischen Grenze ist ein bevorzugtes Rückzugsgebiet der Taliban. Die Vereinigten Staaten hatten Mehsud vorgeworfen, in zahlreiche Bombenanschläge auf US- und NATO-Einrichtungen in Afghanistan verwickelt gewesen zu sein. Die USA hatten auf seinen Kopf eine Belohnung von fünf Millionen Dollar ausgesetzt. Neuer Taliban-Anführer wird Mehsuds bisheriger Stellvertreter Khan Said, der auch unter dem Namen Sajna bekannt ist. Er gilt als Chefplaner des Anschlags auf ein Gefängnis im Nordwesten Pakistans im vergangenen Jahr, im Zuge dessen fast 400 Insassen befreit wurden.