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Vorwürfe gegen Italiens Justizministerin

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Vorwürfe gegen Italiens Justizministerin

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In Italien werden die Stimmen immer lauter, die den Rücktritt der Justizministerin Maria Canciellieri fordern. Die Ministerin soll ihr Amt missbraucht haben, um der befreundeten Unternehmerfamilie Ligresti zu helfen. Sie habe sich für die Haftentlassung von Giulia Ligresti eingesetzt, die wegen Bilanzbetrug einsass und Ende August in den Hausarrest entlassen wurde. Giulia Ligresti leidet an Anorexie.

Sie habe verhindern wollen, dass die Gefangene sterbe. “Und was hätten Sie gesagt, wenn sie im Gefängnis gestorben wäre”, fragt die Ministerin. “Beantworten Sie mir das. Wem hätten Sie dann die Verantwortung gegeben? Nur weil sie einen bestimmten Namen trägt, soll sie nicht heimdürfen, wenn sie krank ist. und die Gesetze gelten für sie nicht? Sind wir nicht alle gleich vor dem Gesetz?”

Die Ligresti-Tochter sei nicht auf Grund einer Intervention entlassen worden, sondern weil sich ihre Anorexie so sehr verschlechtert hatte, dass ihr die Haft nicht mehr zuzumuten war.

Für die Regierung von Enrico Letta wäre ein Rücktritt der Justizministerin nur noch weiter destabilisierend. Enrico Letta stärkte seiner Ministerin den Rücken. Eine Demission lehnte er ab.