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Erste Festnahmen nach Journalistenmord in Nordmali

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Erste Festnahmen nach Journalistenmord in Nordmali

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Nach dem Mord an zwei französischen Journalisten im Norden Malis sind mehrere Verdächtige festgenommen worden. Sie befinden sich im Gewahrsam der französischen Interventionstruppen und sollen nach Gao gebracht werden. Die Verdächtigen wurden im Raum Kidal aufgegriffen. Dort waren die beiden Reporter des staatlichen französischen Auslandsrundfunks entführt und ermordet worden, nachdem sie am Samstag ein Mitglied der Tuareg-Organisation MNLA (Mouvement National pour la Libération de l’Azawad, Nationale Bewegung für die Befreiung des Azawad) interviewt hatten.

In der Region Kidal sind nach wie vor islamistische Rebellen aktiv. Nachdem sie zusammen mit Tuaregs im Frühjahr 2012 den Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht und den Staat Azawad ausgerufen hatten, hatte die ehemalige Kolonialmacht Frankreich in Mali militärisch interveniert. Seither versuchen französische und malische Truppen die Wüstenregion Nordmalis zu kontrollieren.

Der Leiter des französischen Auslandsgeheimdienstes DCSE soll in einer Krisensitzung nach der Entführung der Journalisten mangelnde Fortschritte bei der Stabilisierung im Norden Malis beklagt haben.

Der staatliche Auslandssender RFI genießt in den französischsprachigen Regionen Afrikas enorme Popularität. Ihm wird allerdings vorgeworfen, Sprachrohr des Außenministeriums zu sein. Seine Journalisten gelten in Afrika mitunter als Repräsentanten des französischen Staates.

Das Bündnis zwischen den radikalen Islamisten und der MNLA zerbrach nachdem sich die MNLA der Einführung der Scharia in den Städten Nordmalis widersetze und von den Islamisten vertrieben wurde.

Weiterführende Links

RFI

Nationale Bewegung für die Befreiung des Azawad (MNLA Mouvement National pour la Libération de l’Azawad)