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EU-Geld für L'Aquila könnte an die Mafia geflossen sein

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EU-Geld für L'Aquila könnte an die Mafia geflossen sein

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Es ist ein schwerwiegender Verdacht: Die EU untersucht, ob Gelder zum Wiederaufbau des von einem Erdbeben zerstörten italienischen Ortes L’Aquila veruntreut wurden. Laut einem Bericht des EU-Parlaments könnten Teile der rund 500 Millionen Euro an die Mafia geflossen sein.

Nach dem schweren Beben vom April 2009 waren mit den Geldern aus dem Solidaritätsfonds neue Häuser für die Erdbebenopfer in dem Ort hochgezogen worden – in nur fünf Monaten. Am 29. September, und damit an seinem Geburtstag, weihte der damalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi die Häuser ein.

Deren Qualität indes soll laut dem Bericht schlecht sein, konkret bezeichnet er sie als gefährlich und gesundheitsschädigend. Einige Bewohner mussten bereits ausziehen, falsch verlegte Kabel verursachten einen Brand.

Derweil liegt der Stadtkern des Ortes auch vier Jahre nach dem Beben in Trümmern, von den Millionenhilfen der EU ist hier scheinbar kaum etwas angekommen.

Der Bürgermeister von L’Aquila bestätigte unterdessen laut einem britischen Medienbericht die maue Qualität der Neubauten. Dass die Mafia aber Geld aus EU-Töpfen bekommen hat, das, so sagte er, halte er für unwahrscheinlich.

Bei dem Beben waren mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen, gut 10.000 Häuser wurden zerstört.