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Griechische Nationaloper publikumsnah auf Sparkurs

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Griechische Nationaloper publikumsnah auf Sparkurs

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Mit der Rossini-Oper “Aschenputtel” ist die griechische Nationaloper erfolgreich in die neue Saison gestartet. Fast wie ein Märchen klingt auch die jüngste Erfolgsstory des Athener Opernhauses, von bettelarm zu ziemlich erfolgreich. Und das mitten der Wirtschaftskrise. Ein beachtlicher Wandel, bestätigt “Aschenputtel-Regisseurin Rodula Gaitanou. “Es klingt verrückt, dass ein teures Genre wie die Oper in diesen schweren Zeiten aufblüht. Es ist ein sehr wichtiges Zeichen für die griechische Kultur im Allgemeinen und dieses Opernhaus im Besonderen, dass es ihm gelingt, ein breiteres Publikum anzusprechen und die nächste Zuschauergeneration zu erschließen.”

Vor drei Jahren stand die griechische Nationaloper mit 17 Millionen Euro Schulden am Rand des Abgrunds. Dann kam Myron Michailidis, der neue Direktor des Hauses, und schraubte mit einem radikalem Sparprogramm und zähen Gläubiger-Verhandlungen den Schuldenberg auf knapp 5 Millionen Euro herunter. Keine leichte Zeit für Kultur, dennoch blickt die Athener Nationaloper wieder nach vorn. Mit neuen, sparsamen, aber auch ungewöhnlichen Projekten, zum Beispiel Freiluftkonzerte in der U-Bahn oder im Hafen von Piräus.

Myron Michailidis: “Diese Aktionen stärken die Präsenz der Nationaloper in der Gesellschaft in Zeiten der Krise. Das Opernhaus verlässt seine vier Wände und zeigt hochwertige Produktionen an ungewöhnlichen Orten, um etwas Schönes und Edles in das Leben der Menschen zu bringen.”

Der Krise zum Trotz darf sich Griechenland sogar auf ein nagelneues Operngebäude freuen. Das von Renzo Piani konzipierte Kulturzentrum soll künftig doppelt so vielen Zuschauern Platz bieten und außerdem die Nationalbibliothek beherbergen.

Das von der Stavros Niarchos Stiftung privat finanzierte Projekt kostet rund 600 Millionen Euro und soll nach der Eröffnung, 2015, vom griechischen Staat verwaltet werden.