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ILO: Gebt Portugals Mittelstand eine Chance

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ILO: Gebt Portugals Mittelstand eine Chance

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Portugal sollte für mehr Kredite an kleine und mittelständische Unternehmen sorgen und sich auf neue Arbeitsplätze konzentrieren. Diese Strategie empfiehlt die internationale Arbeitsorganisation ILO gegen “die schwerste wirtschaftliche und soziale Krise” der jüngsten Geschichte.

Einer von sieben Arbeitsplätzen sei seit Beginn der globalen Krise im Jahr 2008 verloren gegangen, mit dem Ergebnis “eines drastischen Rückgangs produktiver Investitionen”, so die UNO-Behörde – indirekt eine Kritik an dem strikten Sparkurs der Troika.

Nach vier Prozent zur Jahrtausendwende hat die Arbeitslosigkeit in Portugal in diesem Jahr einen historischen Höchstwert erreicht, 17 Prozent. Für die ILO die “bedeutendste Verschlechterung im Arbeitsmarkt in Europa nach Griechenland und Spanien.”

Die Stimmung: mies. Auf Arbeitssuche wanderten viele aus, darunter “qualifizierte junge Menschen, einige der talentiertesten”, wie es hieß. Umfragen zeigten, dass “fast 20 Prozent der Bevölkerung dauerhaft ins Ausland abwandern wollen, sobald sich die Gelegenheit bietet.”

Ein Arbeitsuchender:

“Das Land hat kein Geld. Wo es kein Geld gibt, meine ich, ist auch keine Chance auf was Besseres, oder die Aussicht irgendetwas zu produzieren.”

Verschärftend wirkten laut ILO die drastischen Versuche, den Staatshaushalt zu sanieren.

“Einschnitte in Löhne und Sozialprogramme, dazu Steuererhöhungen, hätten Familieneinkommen und die Binnennachfrage ausgehöhlt.

Ein Teufelskreis. Jetzt müssten kleine und mittlere Unternehmen um Kredite kämpfen – sie zahlen rund 5.5 Prozent Zinsen, verglichen mit 2 Prozent in Deutschland. Arbeitsplätze entstünden so nicht.

su mit dpa