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Kosovo: EULEX und OSZE verurteilen Überfall auf Wahllokal

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Kosovo: EULEX und OSZE verurteilen Überfall auf Wahllokal

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Die EULEX Mission der EU sowie die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) haben die Übergriffe auf ein Wahllokal im Kosovo am Sonntag scharf verurteilt.

Rund 30 serbische Gegner der Wahlen hatten das Wahllokal im Norden des Kosovo gestürmt und verwüstet. Es musste deshalb vorübergehend geschlossen und das Personal abgezogen werden.

Bernd Borchardt, Chef der EU-Rechtsstaatlichkeitmission EULEX im Kosovo bezeichnete Angriffe auf Wahllokale als ein schwerwiegendes Vergehen: “Wir sind sehr froh, dass wir das Personal zurückbringen und die Wahlurnen wieder zugänglich machen konnten, ohne dass es zu ernsthaften Verletzungen gekommen ist”, so Borchardt.

Der Zwischenfall ereignete sich in der serbischen Hälfte der geteilten Stadt Mitrovica im Norden des Landes, wo ein Grossteil der serbischen Minderheit von den Albaner getrennt lebt.

Nah an der Grenze zu – und doch getrennt von – Serbien, seien die Spannungen hier noch deutlich spürbar, so Gradimir Raskic, ein ehtnischer Serbe aus Mitrovica: “Ich glaube, die Wahlen kamen zu früh. Die Situation hier im Norden ist anders als im Süden. Dort unten leben die Serben schon seit zehn Jahren zusammen mit den Kosovo-Albanern, sie sind daran gewöhnt.”

Die Boykottbewegung fürchtet, dass gemeinsamen Wahlen die Abtrennung des Kosovo von Serbien weiter zementieren.

Allerdings ist die Unabhängigkeit des Kosovo und die Integration der dort lebenden Serben aus Sicht der EU für beide Länder ein notwendiger Schritt auf dem Weg zur erhofften EU-Mitgliedschaft.